Kommunalpolitik in Flensburg : Weiblicher politischer Nachwuchs mit Zertifikat

Politikinteressiert: Einige der „Absolventinnen“ und Kommunalpolitikerinnen.
Politikinteressiert: Einige der „Absolventinnen“ und Kommunalpolitikerinnen.

18 Frauen haben sich seit Januar intensiv in einem Seminar auf aktive Kommunalpolitik vorbereitet

shz.de von
27. März 2017, 13:25 Uhr

Die Frauen in der Region wappnen sich schon für die bevorstehenden Kommunalwahlen im Jahr 2018. Vor diesem Hintergrund haben die Gleichstellungsbeauftragten aus Flensburg, Harrislee und dem Kreis Schleswig-Flensburg eine Seminarreihe für Frauen organisiert, die Interesse haben, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Nach 2007, 2008 und 2013 wurde die Reihe „Frauen in die Politik“zum vierten Mal aufgelegt. Am Sonnabend nahmen 18 Teilnehmerinnen aus der Stadt und dem Kreis bei einer Feierstunde im VHS-Kulturcafé ihr Zertifikat entgegen.

In der vierteiligen Seminarreihe vermittelten Karin Obermark-Stell, Dozentin für Personalentwicklung, Landtagsabgeordnete Birte Pauls und Ellen Eichmeier, Leiterin der Rechtsabteilung der Stadt Flensburg den Frauen, wie man die kommunikative Kompetenz stärkt beziehungsweise Rechtsgrundlagen und kommunalpolitische Strukturen. Somit wird der politische Nachwuchs nicht wie sie seinerzeit ins kalte Wasser geworfen – lobte Meike Bruhns, die seit 1998 in der Politik aktiv ist und jetzt dem Gleichstellungsausschuss vorsitzt.

Ein Anliegen der festlichen Abschlussveranstaltung sei gewesen, die Frauen mit aktiven Politikerinnen in Austausch zu bringen, erklärte Verena Balve, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Flensburg. So kam dann bei der Veranstaltung beispielsweise am Flensburger Tisch Ellen Kittel-Wegner mit politisch interessiertem Frauen aus der Stadt ins Gespräch. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen musste konkrete Anfragen beantworten, darunter, wie Fraktionsarbeit funktioniere, etwa als bürgerschaftliches Mitglied. Dies, so erklärte sie, handhabten die Fraktionen unterschiedlich. Die Möglichkeit über ein bürgerschaftliches Mandat Kommunalpolitik auszuprobieren und beispielsweise erst einmal ein Vierteljahr bei der Vorbereitung der Ausschusssitzungen beteiligt zu sein, hält Ellen Kittel-Wegner für einen guten Weg, bevor man sich aufstellen lässt. Für einige der Seminar-Absolventinnen, so ist ihr Eindruck, werden die nächsten Kommunalwahl tatsächlich ein Thema sein.

Die Kommunalpolitikerin Kittel-Wegner teilt mit Verena Balve den Eindruck, dass die Flensburger Frauen vergleichsweise gut vertreten sind. Seit zwei Jahrzehnten, so sagte Balve, betrage der Anteil an Frauen in der ersten Reihe im Rat rund 30 Prozent. Und beide ermuntern mehr Frauen, mitzumachen, ihr Anteil darf gern wachsen.

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