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Sommer in Flensburg : Waschen, trocknen, bügeln: Heiße Jobs für saubere Wäsche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

1,6 Tonnen Ware aus dem ganzen Landesteil gehen täglich durch die Hände von 36 Mitarbeitern bei Negel & Tautz

1,6 Tonnen Wäsche gehen täglich durch ihre Hände, bearbeitet wird die Ware bei 36 Grad Raumtemperatur. Am Ende geht blütenweiße Wäsche an Hotels, Pensionen und andere Kunden. Die Sommerzeit bringt einen Extra-Berg von Arbeit.

Die drei großen, jeweils 50 Kilo fassenden Waschmaschinen und die gleiche Anzahl an Riesentrocknern stehen strategisch im rechten Winkel zueinander – ideal ausgerichtet für Heinke und Jana, um die frisch gewaschene Wäsche mittels voluminöser Behälter weiter zu transportieren. In reger Betriebsamkeit ent- und beladen sie die Maschinen, wuseln flott zwischen ihnen hin und her, fleißiges Arbeiten bestimmt die Atmosphäre. Läuft alles nach Plan, gehen sie an das nächste Gerät, den Ausschlager. Ausschlager? „Das nimmt uns die von der Hausarbeit her bekannte Tätigkeit ab, dass zwei Personen beispielsweise ein Betttuch an den Enden fassen und gerade zerren“, zieht Betriebsleiterin Monika Zwanziger eine Art haushaltshistorischen Vergleich.

Bei der Fima Negel & Tautz im Alten Kirchenweg in Handewitt übernimmt es also eine Maschine, Falten und Kanten zu glätten; trotzdem bleibt es eine körperlich anstrengende Tätigkeit für die beiden Frauen, die auch mal allein die Arbeit meistern. Dies bestätigen auch Anita und Marisa an der nächsten Station, der Heißmangel: die vorgeglätteten Stücke – meist Bettwäsche, fachlich Flachwäsche genannt – erhalten hier gewissermaßen ihren letzten Glätte-Schliff. „Das geschieht mit etwa 180 Grad Wärme, von der wir auch einiges abbekommen“, sagen sie. Anita eilt auf die Rückseite der XXL-Mangel, um mit Kollegin Stefanie die perfekt gemangelte Wäsche zusammenzulegen. Sie wird verpackt, mit Lieferschein versandfertig gemacht und ausgeliefert.

Oberbekleidung wird nach der Reinigung ebenfalls per Hand weiterbearbeitet: Oberhemden zum Beispiel auf einer „Puppe“ geglättet, die Manschetten per Bügeleisen optimiert (alles per Dampf). Hosen, Gardinen und Vorhänge kommen in eine große Heißpresse.

„All diese Tätigkeiten finden im reinen Bereich statt, der aus hygienischen Gründen vom unreinen getrennt ist“, erläutert Monika Zwanziger. Dort wird die eingehende Wäsche – differenziert nach gewerblich und privat – vorsortiert, mit Kundennamen „gepatched“ sowie „gechipped“, um sie nach dem Waschvorgang wieder zu erkennen (Negel & Tautz bietet auch Leihwäsche an). Die Bestückung der Großwaschmaschinen erfolgt automatisch per Saugzug-Anlage – bei 50 Kilo pro Ladung eine echte Arbeitserleichterung. Ein Sonderbereich nimmt spezielle Reinigungsaufträge an – für Wischmopps, Arbeitstücher oder Feuerwehrjacken. Negel & Tautz verfügt über gesamt 19 Annahmestellen in der Region inklusive Husum und Schleswig.

Die Arbeitsabläufe sind unter dem Aspekt betriebswirtschaftlicher Effizienz optimal organisiert, halten die Wäschereihelfer auch ganz schön auf Trab: In Teamwork bewältigen sie schließlich ganze 1,6 Tonnen Wäsche – und das jeden Tag. Besonders bei warmen Außentemperaturen haben sie einen echt heißen Job – bei 36 oder mehr Grad Raumwärme trotz geöffneter Fenster. Mit ihrer fordernden Arbeit sorgen sie dafür, dass Arztpraxen, Schulen, Bundeswehr und Pflegeheime saubere Wäsche erhalten und sich Touristen in frischer Bett- und an entsprechender Tafelwäsche in Hotels und Gaststätten wohlfühlen können.

36 Mitarbeiter beschäftigt die Wäscherei Negel & Tautz. Im Jahr 2014 haben die Mürwiker Werkstätten das Unternehmen übernommen und seitdem ausgebaut. „Wir sind ein Integrationsbetrieb und beschäftigen Menschen mit und ohne Behinderung“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Vossen-van Treeck. Durch inklusiv orientierte Teams würden alle entsprechend ihrer Talente gefördert und bekämen die Chance auf Arbeit als Wäschereihelfer. „Aber Präzisionsarbeit muss man schon können“, betont Monika Zwanziger. Gepflegt wird eine Unternehmenskultur, die auf den Menschen ausgerichtet ist. „Durch diese Wertschätzung generieren wir auch soziale Wärme“, versichert Ulrike Vossen-van Treeck.

 

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erstellt am 28.Jul.2017 | 07:47 Uhr

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