Tierpflege : Waschen, pflegen, föhnen für Hunde

Mit oder ohne Floh-Shampoo? Nadja Sorge wählt – und schon strömt das gewünschte Pflegemittel aus der Brause der Waschanlage heraus.
Mit oder ohne Floh-Shampoo? Nadja Sorge wählt – und schon strömt das gewünschte Pflegemittel aus der Brause der Waschanlage heraus.

Nadja Sorge, Inhaberin der Tier-Betreuung Flensburg, probiert derzeit eine Waschanlage für Vierbeiner aus – der erste Test verlief überzeugend.

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16. Juli 2014, 08:00 Uhr

Nach dem Toben kürzlich im Tümpel des Hunde-Freilaufs am Quakenweg hätte Uve sehr gut ein Dusch-Bad gebrauchen können. Doch da war die „K9000“ noch nicht angeschlossen. So befreite Nadja Sorge ihren anderthalbjährigen Rottweiler herkömmlich mit dem Gartenschlauch von den schlammigen „Stiefeln“. Die Alternative wäre der Waschtisch in ihrer Tier-Betreuung Flensburg am Steinfelder Weg gewesen. „Meist sehen wir dann genauso aus wie die Hunde“, sagt Nadja Sorge, „total nass“. Doch es gibt noch eine bessere Alternative, und die läuft seit einigen Tagen. Sie kommt aus Warrnambool, westlich von Melbourne, und nennt sich Tru Blu Dog Wash. Eine Art Hunde-Waschanlage.

Zunächst habe sie sich gefragt, ob das etwas sei für ihren Betrieb. „Das ist ja schon abgedreht“, bemerkt Nadja Sorge und muss lachen. Doch dann habe sie sich die Videos von der Maschine mit tierischen Probanden in Aktion angesehen und sich überzeugen lassen, „dass wir selbst unsere besten Kunden wären“. 2005 hat die gelernte Zahnarzthelferin, die jetzt Tierpflegerin ist, ihre Betreuung für vor allem Hund, aber auch Katz gegründet. Mit sieben Mitarbeiterinnen kümmert sie sich täglich von früh bis spät um 40 bis 45 Hunde. Ab August bildet der Betrieb auch seine erste Tierpflegerin in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension aus.

Und ab sofort erledigt K9000 die besonders schmutzigen Jobs. „Man hat ja Hunde, die sich dauerhaft in irgendetwas wälzen“, beobachtet Nadja Sorge und denkt sogleich an ihren Rottweiler namens Uve. Diesem kam dann auch die Ehre zuteil, die Apparatur als Erster zu testen. Ein Waschgang dauert zehn Minuten und kostet 7 Euro. Durch die Dusch-Brause, wie man sie aus dem humanen Badezimmer kennt, kommt mit dem Wasser Shampoo – wenn’s sein muss auch Floh-Shampoo – heraus. Oder Pflegespülung. Damit sich der Hund mit nassem Fell nicht erkältet, kann er geföhnt werden – auf niedriger oder hoher Stufe. Bevor der nächste Hund das verglaste Dusch-Bad betritt, sorgt ein Desinfizier-Durchgang für Sauberkeit.

Uve habe etwas eingeschüchtert gewirkt, findet sein Frauchen und räumt ein, dass die Warmwasserzufuhr noch justiert werden muss, damit sich K9000 eben nicht wie Gartenschlauch anfühlt. „Wir probieren das hier vor Ort aus. Ich kaufe ja nicht die Katze im Sack“, sagt Sorge; das habe sie mit dem australischen Anbieter so verhandelt. Wenn die Anlage gut funktioniert, wird sie angeschafft; wenn nicht, wieder abgeholt. Der Preis ist Verhandlungssache. Nadja Sorge rechnet mit Kosten zwischen 10 000 und 15 000 Euro. Die Erwartungen sind jedenfalls hoch: „Wir haben schon mehrere Kunden, die total interessiert sind.“ Und es könnten mehr werden. Nadja Sorge will die Dog Wash auch öffentlich zugänglich machen.

www.trubludogwash.com.au

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