Friedhof in Flensburg : Was wird aus der Villa am Friedenshügel?

Villa im Landhausstil mit auffälligen Fensterläden: Holger Hiebsch, Chef der Flensburger Friedhöfe, möchte das Gebäude nicht aus der Hand geben.
Villa im Landhausstil mit auffälligen Fensterläden: Holger Hiebsch, Chef der Flensburger Friedhöfe, möchte das Gebäude nicht aus der Hand geben.

Das Haus aus dem Jahr 1909 steht seit zwölf Jahren leer. Die Friedhofsleitung möchte sanieren und vermieten.

shz.de von
07. August 2018, 06:20 Uhr

Flensburg | Seit zwölf Jahren steht sie leer und verfällt zusehends. Doch jetzt könnte die alte Villa auf dem Friedhof Friedenshügel bald aus ihrem Dornröschenschlaf geholt werden. Nachdem die Kapelle auf dem größten Friedhof der Stadt in den Jahren 2015/2016 saniert wurde, könnte die Villa als nächstes an der Reihe sein.

Die Villa, die Stadtbaurat Otto Fielitz 1909 gebaut hat, ist im Eigentum der Stadt – eigentlich, denn genau genommen gehört sie den Flensburger Friedhöfen, und die sind seit über zehn Jahren eine AöR, eine Anstalt öffentlichen Rechts, und damit haben sie eine gewisse Eigenständigkeit. Damit kann Holger Hiebsch, seit 2013 Geschäftsführer der AöR, entscheiden, was er mit der Villa macht.

Und Hiebsch möchte sie sanieren und zu neuem Leben erwecken. Eine grundlegende Sanierung ist sicher zwingend erforderlich, das wird bei einer Begegnung des über 100 Jahren alten Hauses schnell klar. Dach, Fenster, Fußböden, Elektrik, Heizung, Wände: Das meiste muss wohl erneuert werden. Die Grundsubstanz scheint gut zu sein, es gibt offenbar keine Wasserschäden und keinen Schwamm.

Zwei Wohnungen sind nebeneinander in der Villa untergebracht, die eine deutlich größer als die andere. Sie wurde einst für den Friedhofsdirektor gebaut, der im Erker der Villa sein Büro hatte. „Heute“, schmunzelt Hiebsch, „hat die Friedhofsverwaltung mit ihren acht Personen ein ganzes Haus.“ Die kleinere der beiden Wohnungen trägt deutliche Spuren von Modernisierungsbemühungen aus den 70er Jahren mit den Holzvertäfelungen und PVC-Fußböden.

Den städtischen Trend, nicht mehr benötigte Immobilien zu verkaufen, möchte Hiebsch nicht mitgehen. „Die Villa gehört für mich zum Friedhofsensemble“, sagt er. Das bedeutet nicht, dass er sie für den Friedhof nutzen will, aber er möchte mit entscheiden, was dort passiert. Ihm schwebt eine Vermietung vor. Wohnungen seien nicht ausgeschlossen, aber er könne sich auch eine gewerbliche Nutzung, etwa für eine Kanzlei, vorstellen. Einen festen Termin für Sanierung und Vermietung gibt es noch nicht.

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