Langballig : Was wird aus den Dorfmuseen?

Ideen für die Zukunft der Dorfmuseen stellten Johannes Callsen (v.l.), Inga Latendorf, Hans-Werner Berlau, Peter Dietrich Henningsen, Jutta Matz und Jürgen Hindersmann vor.
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Ideen für die Zukunft der Dorfmuseen stellten Johannes Callsen (v.l.), Inga Latendorf, Hans-Werner Berlau, Peter Dietrich Henningsen, Jutta Matz und Jürgen Hindersmann vor.

Im Rahmen eines Projektes sollen Zukunftsperspektiven für die Volkskundlichen Sammlungen im Kreisgebiet entwickelt werden.

shz.de von
15. Mai 2018, 12:30 Uhr

Langballig | Die Auflösung des Bönstruper Dorfmuseums am Tag zuvor gab ihm das Stichwort. Im Rahmen des Internationalen Museumstages stellte Peter Dietrich Henningsen als Vorsitzender des Fördervereins des Landschaftsmuseums Angeln im Christesenhaus bei der Vorstellung des Regionalprojektes „Erarbeitung und Entwicklung von Zukunftsperspektiven Volkskundlicher Sammlungen in der Museumslandschaft“ die maßgebliche Frage: „Wie geht es weiter?“

Museumsleiterin Inga Latendorf hielt eine Gesamtschau der Sammlungen im Kreis für erforderlich. „Wir müssen erfassen, vergleichen, Chancen bewerten und schließlich eine Perspektive entwickeln.“ Diese Aufgabe übernimmt Jutta Matz, die als promovierte Historikerin und Volkskundlerin über umfangreiche Erfahrungen in der Museumsarbeit verfügt. Sie kündigte an, jede einzelne Sammlung im Kreis zu besuchen.

Für das Projekt, das bis Ende 2019 abgeschlossen sein muss, sind Kosten von 81 000 Euro veranschlagt. Gut 55 Prozent werden, wie Hans-Werner Berlau, Vorsitzender der Aktivregion Schlei-Ostsee mitteilte, über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. Durch eine nachhaltige Entwicklung solle auch dessen kulturelles Erbe erhalten werden. „Ziel ist es, die ländliche Region zu stärken!“

Die restlichen Kosten teilen sich zwei Institutionen. Für Dirk Wenzel als Direktor der Kreiskulturstiftung muss am Ende die Frage nach der Leistungsfähigkeit beantwortet werden. Dazu hält er das Einrichten eines Netzwerkes für unerlässlich. Als Vertreter der Kulturstiftung der Nospa rief Jürgen Hindersmann dazu auf, mehr Augenmerk auf die Ansprache junger Besucher zu legen.

Johannes Callsen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Volkskundlichen Sammlungen, machte deutlich, dass der Kreis mit über 30 kleinen Museen eine landesweit besondere Bedeutung habe. Zudem sprach er sich für Schleswig als Standort des geplanten Hauses der Geschichte aus. Schließlich liege die Stadt mit Schloss Gottorf, Haithabu und dem Danewerk in einem historisch bedeutsamen Umfeld.

Karen Precht vom Landschaftsmuseum ging auf einige an Stellwänden präsentierte Volkskundliche Sammlungen ein und schloss angesichts des vorgestellten Projektes mit einem Appell: „Wir müssen schlau sein und innovative Gedanken haben!“


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