Mittelangeln : Was wird aus dem Schwimmbad?

Da war die Welt noch in Ordnung: Kurz vor Saisonbeginn 2017 überprüften Badbetreiber Torben Kablau (r). Bürgermeisterin Britta Lang und Frank Nissen vom Amt Mittelangeln die Wassertemperatur.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Kurz vor Saisonbeginn 2017 überprüften Badbetreiber Torben Kablau (r). Bürgermeisterin Britta Lang und Frank Nissen vom Amt Mittelangeln die Wassertemperatur.

Die Betreibergesellschaft beklagt zu geringe Einnahmen. Die Gemeindevertretung will den Betrieb unbedingt aufrechterhalten.

shz.de von
11. Februar 2018, 13:21 Uhr

Es war als Modell für die Zukunft gelobt worden, als die Gemeinde Mittelangeln den Betrieb ihres Freibades vor zwei Jahren an den privaten Betreiber Torben Kablau übertrug. Der wollte das Freibad mit einem attraktiven Programm zu mehr Besuchern verhelfen. Ein privater Betreiber könne wesentlich flexibler reagieren, war vor zwei Jahren die einhellige Auffassung.

Doch es kam anders. Kurz vor Beginn der dritten Saison läuten in Mittelangeln die Alarmglocken. Der Betreiber hat der Gemeinde mitgeteilt, dass die Betreibergesellschaft nicht mehr in der Lage sei, ihren vertraglichen Verpflichtungen aus eigener Kraft nachzukommen.

In einer eilig einberufenen nicht öffentlichen Sitzung hat Bürgermeisterin Britta Lang die Gemeindevertreter über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt und machte deutlich, dass der teure Unterhalt der Liegenschaft weiterhin bei der Gemeinde liege. Der laufende Unterhalt des Schwimmbetriebes sei hingegen in die Verantwortung der Betreibergesellschaft übergegangen, die hierfür im wesentlichen die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten erhält. Obwohl sich die zuvor getroffenen finanziellen Annahmen als zutreffend erwiesen haben, sieht sich der Betreiber aktuell nicht mehr in der Lage mit diesem Einnahmen auszukommen, um seinen Verpflichtungen nachzukommen.

Vor diesem Hintergrund ist die Gemeinde nun gezwungen, eine grundlegende Richtungsentscheidung über den Weiterbetrieb des Freibades herbeizuführen, da sie das wirtschaftliche Risiko der Betreibergesellschaft nicht uneingeschränkt auffangen darf.

Die unerwartete Entwicklung ihres Freibades hat bei den Gemeindevertretern zu einer lebhaften Diskussion geführt. Am Schluss war man sich einig. Im Hinblick auf die unmittelbar bevorstehende Saison, will man, sofern der Betreiber mitspielt, den Betrieb des Schwimmbades in der gegenwärtigen Form unterstützen.

Als mittelfristige Lösung besteht wiederum Einigkeit, dass das Freibad wieder in Gänze in die Verantwortung der Gemeinde übernommen werden soll. Die Einzelheiten dazu müssen jetzt ausgearbeitet werden. Bürgermeisterin Lang unterstrich in einer Stellungnahme weiter, dass große Einigkeit in der Gemeindevertretung besteht, das Freibad in Satrup auf jeden Fall zu erhalten. Da sich das derzeitige Konstrukt leider nicht bewährt habe, werde daher eine Rücknahme der Verantwortung einstimmig unterstützt. „Wir wollen definitiv gerne weiter in das Bad investieren. Es ist für das Freizeitangebot und vor allem auch für die Schulen sowie Vereine in Mittelangeln unverzichtbar,“ erklärte Britta Lang.

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