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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 19:38 Uhr

Glücksburg : Was wird aus dem Intermar?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Eigentümer des früheren Hotels an der Glücksburger Promenade will sanieren und einzelne Wohnungen verkaufen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 07:41 Uhr

Die Zukunft des Intermars, das ist eine der drängendsten Fragen in Glücksburg. Haupteigentümer Herman Densch sah wegen zu hoher Sanierungskosten für den Brandschutz von einer Hotelnutzung ab und favorisierte ein sogenanntes Boardinghouse, eine Unterkunft, die ihre Zimmer eher längerfristig vermietet und begrenzten Service bietet. Inzwischen ist vom Verkauf aller Hotel-Zimmer nach einer Sanierung die Rede.

Das jüngste Treffen mit den 45 Miteigentümern Anfang Februar brachte nicht den gewünschten Erfolg, wie Stefan Densch sagt. Der Sohn Herman Denschs ist Gesellschafter der Intermar-Holding und hätte gerne das Planungs- und Nutzungs-Konzept verabschiedet: „Uns läuft die Zeit davon.“ Aus welchem Grund der Flensburger die Eigentümergemeinschaft nicht überzeugen konnte, behielt er für sich. Er erklärte aber, dass es unter anderem um den Eigentumswechsel von Fluren gehe.

Die Holding will den rechten, den niedrigsten Teil des Gebäudes um eine Wohnung aufstocken. Frühere Tanzsäle und Restaurantflächen werden zu Wohnraum umgebaut. Dadurch kämen zu den bestehenden 80 Ein- und Zweizimmer-Wohnungen weitere 20 Einheiten mit zwei oder drei Zimmern auf 60 bis 100 Quadratmetern Fläche hinzu.

Zu den aktuellen Plänen der Holding will sich Wolfgang Schäfer, Sprecher des Eigentümerbeirats, wegen der laufenden Verhandlungen nicht äußern. „Derzeit ist die vorgelegte Planungsvariante bei uns in der Diskussion“, sagt er. Habe der Beirat die Pläne erarbeitet, stelle er sie allen Privateigentümern in einer außerordentlichen Versammlung vor. Es sei die erste Planung überhaupt, die ihnen zur Abstimmung vorgelegt worden sei.

Mit Herman und Stefan Densch arbeiteten sie konstruktiv zusammen. Kaum jemand wünsche sich mehr als die Privateigentümer selbst, dass es im Objekt am Promenadenplatz weitergehe, sagt Schäfer. „Wir wünschen uns ein saniertes, funktionsfähiges Haus, das belebt wird und den Glücksburgern und dem Umfeld wieder als positives Erscheinungsbild und Anlaufstelle dient.“

Noch bis Juni liegt eine Änderungssperre auf dem Objekt, die nichts anderes als die Hotelnutzung zulässt. Fällt diese Vorgabe weg, sind die Eigentümer in der Nutzung frei. Das Gebäude ist ursprünglich ohne Bebauungsplan errichtet worden. Zudem ist der Bau von Wohnungen noch zu Hotelzeiten genehmigt worden, wie Svend Colmorn, Vorsitzender des Bauausschusses, berichtet.

Bürgermeisterin Kristina Franke hofft auf eine schnelle Lösung: „Wir möchten eine touristische Nutzung haben.“ Die Stadt habe jetzt die für viel Geld modernisierte Promenade, und sie verliere Monat für Monat wertvolle Kurabgabe.

Auf ein volles Haus am Promenadenplatz hoffen auch alteingesessene Gastgeber. „Wir sind nicht glücklich über die Situation. Wenn unten am Strand die Hotels voll sind, geht es uns hier oben auch gut“, sagt Annemarie Reich vom gleichnamigen Haus. Reichs Hotel ist 1875 als Hotel Fernsicht eröffnet und seitdem bis auf wenige Jahre als Hotel genutzt worden, wie die Alteigentümerin sagt. „Wir sind das älteste Hotel am Ort“, sagt Reich stolz. Sie freue sich sehr, dass Tochter Henrike das Haus mit den 15 Zimmern weiterführe. Beide hoffen, dass sich wieder ein Hotel der Mittelklasse ansiedeln wird.

In einer Stadtvilla an der Paulinenallee 5, dem früheren Haus Elin, steigen Sönke und Christine Roß im weiten Feld des Mittelklasse-Segments ein. Noch wird das 1898 errichtete Haus gerade umgebaut. Doch im April will das Ehepaar, das vom Fach ist und sich auf der Europa 1 kennenlernte, seine individuell eingerichtete „Smucke Steed“ mit 16 Zimmern eröffnen.

Derweil kostet das Intermar die Holding nach eigener Angabe monatlich 30 000 Euro. Erst kürzlich musste ein weiterer Wasserrohrbruch behoben werden. Als der Immobilienkaufmann Herman Densch das Objekt 2011 übernahm, gab er die Wiedereröffnung des Hauses für Anfang 2014 vor.

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