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Glücksburg : Was wird aus dem „Haus im Kurgarten“?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Besitzer sucht neuen Pächter für das Restaurant „Opatija“ an Glücksburger Promenade. Größere Umbauten plant er nicht.

Glücksburg | Seit 1979 besteht das Restaurant „Opatija“ des gebürtigen Kroaten Stipe Basic im Glücksburger Kurpark. Die ersten sieben Jahre war Basic dort Pächter. 1986 erwarb er das Gebäude von der Stadt. Vergangenes Jahr ging er zwar in den Ruhestand, verpachtete die Gaststätte aber an seinen langjährigen Mitarbeiter und Landsmann Jozo Jozic, genannt Josef. Das „Opatija“ blieb wie es war.

Doch nun stehen Änderungen ins Haus, denn Jozics Pacht endet am 28. Februar. Deshalb eröffnet der 46-Jährige am 1. März ein neues Restaurant im Stadtzentrum. Und was geschieht mit dem „Opatija“ beziehungsweise dem „Haus im Kurgarten“ – wie das Gebäude in Spät-Sechziger-Manier immer noch beschriftet ist und in dem sich neben dem Restaurant noch eine Eisdiele und zwei Wohnungen befinden, die eine davon selbst genutzt, die andere vermietet? Was wird aus dem zur Wasserseite angrenzenden, schon lange ungenutzten Tanzsaal? Als „einen der schönsten Säle im Norden“ bezeichnete ihn einst Siegbert Amler, Alt-Glücksburger und als Künstler mit „Kunst am Bau“ seinerzeit in die Geschehnisse involviert.

Die Immobilie ist hoch interessant, vor allem wegen der Lage unmittelbar hinter Strand und Promenade. Das Gebäude stammt aus der Zeit von Hans Hansen, Bürgermeister in Glücksburg von 1960 bis 1977. Hansen verschaffte Glücksburg zahlreiche größere Neubauten. Das „Haus im Kurgarten“ war 1968 der erste Bau. Ihm folgten Intermar, Rathaus und Wellenbad. Das „Haus im Kurgarten“ beherbergte die Kurverwaltung, eine Abteilung für Kurmittelanwendungen, Lesezimmer, Fernsehzimmer und eine Bewirtschaftung. 1,2 Millionen D-Mark habe das Gebäude gekostet, verkauft wurde es 18 Jahre später für 500  000 D-Mark, referiert Stadtschreiber Berthold Hamer. Außer dem in seiner Grundfläche etwa 300 Quadratmeter messenden Gebäude zuzüglich dem etwas kleineren Tanzsaal gehört ein schmaler Streifen Boden ringsum dazu.

Auf einer Bauausschuss-Sitzung wurde vor wenigen Jahren eine Voranfrage diskutiert. Familie Basic hatte angefragt, ob sie eine Bauerlaubnis für Ferienwohnungen erhalten würden. Die Politiker verhielten sich zögerlich. Sylvia Ullmer (SPD) argumentierte dagegen, charakterisierte das Gebäude als in die Jahre gekommen. Unter Denkmalschutz steht es aber nicht, wie Niels Meier vom Landesamt für Denkmalpflege in Kiel auf Anfrage mitteilt.

Fragt man Stipe Basic heute, versichert er, keine größeren Umbauten vorzuhaben. Wegen der Kosten, die allzu schnell in große Höhen schießen. Nutzen und bewahren möchte er es aber für seine Frau und sich und für seine Kinder, von denen eines in Wees lebt. Für ihn stellt es auch eine Altersvorsorge dar. Er lässt durchblicken, dass er von Lebens- und Rentenversicherungen enttäuscht ist. „Vorläufig wird sich nicht viel verändern an dem Gebäude“, sagt Basic. „Wir hoffen, für das Opatija einen neuen Pächter zu finden.“

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