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Stadt Flensburg : Was soll eine Kita auf dem Dach?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt schlägt fünf mögliche Standorte für zwei neue Einrichtungen vor. Der Beschluss für das Gelände an der Petrischule ist schon durch.

Eine Entscheidung ist getroffen, eine steht noch aus. Zwei neue große Kindertagesstätten will die Stadt als Ersatz für drei wegfallende bauen – eine im Norden, eine im Südosten des Zentrums. Der Jugendhilfeausschuss hat entschieden, dass eine Kita mit mindestens 120 Plätzen auf einem Freigelände südlich der Petrischule entstehen soll. Sie wird die Kita Sophiesminde des Trägers ADS/Grenzfriedensbund ersetzen, die aus baulichen Gründen geschlossen werden musste.

Die Alternative, das Dreiecksgrundstück im Winkel zwischen Brauereiweg und Werftstraße, wurde aus mehreren Gründen verworfen. Schwieriger ist die Standortwahl im Südosten des Zentrums. Hier soll Ersatz gefunden werden für die beiden Kindergärten Schwedenheim an der Helenenallee und St. Johannis an der Johannisstraße. Aus Kostengründen sollen sie zu einer großen Kita zusammen gelegt werden. Aber wo?

Zur Debatte stehen drei Orte: ein Freigelände an der früheren Schule am Campus (Sandberg); eine Fläche hinter der Hohlwegschule zwischen Glücksburger und Adelbyer Straße und das Dachgeschoss des noch zu bauenden neuen Einkaufszentrums am Hafermarkt. Vor allem letzterer erregte die Gemüter im Jugendhilfeausschuss. „Keine Kita auf dem Dach!“, forderten einige in der Gewerkschaft Verdi organisierten Erzieherinnen vor dem Sitzungsraum. „Natürlich gibt es Kitas auf Dächern“, sagte Maren Jensen, Leiterin der Abteilung Kinderbetreuung – „zum Beispiel in Hamburg.“ Das sei eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Ob ein Standort für den Bau einer Kita geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab. Einer ist die Erreichbarkeit. So ist es mittlerweile gang und gäbe, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Betreuung bringen und auch wieder abholen. Beim möglichen Standort Hohlwegschule sei dies nur möglich über die Adelbyer Straße, wie Mitarbeiter aus den beiden Fachbereichen Vermögen und Bildung darstellten. Hier könne es zu Konflikten mit dem Hol- und Bringverkehr zur Jørgensby-Skolen kommen, die direkt neben der Hohlwegschule liegt. Zudem sei für den Bau einer Kita eine aufwendige und teure Pfahlgründung erforderlich.

Die meisten Pro- und die wenigsten Contra-Argumente vereint der Standort auf dem Sandberg direkt neben der Turnhalle der alten Löhmannschule. Er liegt in einem Wohngebiet in nicht besonders großer Entfernung zu den beiden Alt-Standorten, kann mit üblichem Aufwand gebaut werden, hat Platz für ein Außengelände. Dennoch konnte sich der Ausschuss noch nicht zu einem Votum durchringen, sondern vertagte sich mit der zweiten Standortentscheidung.

In der Debatte ging es auch um die Frage, ob die Kita Schwedenheim nicht erhalten bleiben könne. Dagegen spricht zunächst, dass die Stadt eine Blockrandbebauung für die Bahnhofstraße beschlossen hat – einschließlich des Grundstücks der Kita. Zum anderen, so verdeutlichte Ulrich Mahler vom Fachbereich Bildung, sei die Kita aus den 50er Jahren hoffnungslos veraltet und entspreche in keinster Weise den Ansprüchen einer modernen Kinderbetreuung. Abriss und Neubau seien bei laufendem Betrieb unmöglich. Die Kita Johannisstraße sei zudem die älteste in Flensburg, wie Maren Jensen erklärte. Dort laufe immer mal wieder das Wasser die Wände hinab. Elternvertreterin Isa Löning setzte dagegen, dass Eltern kleine vor großen Einrichtungen bevorzugen würden.

 

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erstellt am 11.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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