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Mittelangeln : Was die Jugend in der Region hält

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jugendtreff, Disco-Taxi und Jobbörse: Schüler des Bernstorff-Gymnasiums sagen, wie der ländliche Raum attraktiver wird.

Mittelangeln | „Wer von uns kommt nach seinem Studium oder Ausbildung in den Kreis Schleswig-Flensburg zurück, wenn es auf dem Land keinen Breitbandanschluss und damit einen schnellen Internet-Anschluss gibt?“ Landrat Wolfgang Buschmann hörte aufmerksam zu, was die Schüler und Schülerinnen des 11. Jahrgangs des Bernstorff-Gymnasium als Arbeitsergebnisse vorstellten. „Es geht um die Sicherung der Lebensverhältnisse im ländlichen Bereich“, so Nina Lewandowski von der Geschäftsstelle Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum. Der Kreis ist eine von 18 Modellregionen in Deutschland, die, vom Bund gefördert, sich mit dieser Problematik befassen und Lösungsvorschläge erarbeiten sollen. Schwerpunkte sind Mobilität und Kooperation. Ein kommunalpolitischer Beirat hat inzwischen begonnen, sich mit der Problematik zu befassen und organisiert Workshops.

„Oftmals wird dabei vergessen, dass es um die Zukunft junger Menschen geht“, mahnte Jürgen Cordes, Lehrer am Bernstorff-Gymnasium und für die SPD Mitglied des Regional-Entwicklungsausschusses des Kreises. Auf seine Initiative hat Nina Lewandowski in Zusammenarbeit mit Kristina Hoffmann und Thorsten Roos vom Kreis das Seminar mit 25 Schülern der Klasse 11 b des Bernstorff-Gymnasiums Satrup organisiert.

„Wir waren überrascht vom Engagement der Jugendlichen“, hebt Nina Lewandowski hervor. In den Arbeitsgruppen, an den runden Tischen wurden Wünsche und Forderungen geäußert, Lösungen angedacht „Wir benötigen für die Jugendlichen im ländlichen Raum eigene Räume als Treff und zum feiern“, formuliert es Schüler Jasper Albrecht. Martha Siemen unterstreicht zumutbare Entfernungen und Niklas Rach sehnt sich nach einer typischen Dorfkneipe, in der er mit Freunden auch Sky-Fußball schauen kann.

Immer wieder ist es das Thema Mobilität, das die Jugendlichen bewegt. Zur Disco, wie kommt man hin und vor allem, wie wieder zurück. Disco-Taxi und der Nachtbus tauchen im Forderungskatalog auf. An der Schülerbeförderung wird deutliche Kritik geübt. 90 Euro im Monat für eine Fahrkarte für Oberstufenschüler, um zur Schule zu kommen, werden als zu viel Geld für zu wenig Leistung bemängelt. „In Hessen gilt die Schülerkarte für das ganze Bundesland“, berichtet ein Schüler. Dass es manchmal um Kleinigkeiten geht, machte die Forderung nach einer Job-Börse deutlich. Oberstufen-Schüler wollen gerne ihr Taschengeld aufstocken und benötigen entsprechende Angebote. Eine Pinnwand, auf der die Angebote angeheftet werden, wäre eine schnelle Lösung.

Für Landrat Buschmann ist es wichtig, die Jugendlichen in die Planungen des Kreises einzubeziehen, denn sie sollen die Zukunft gestalten. So war für ihn der Workshop mit den Satruper Schülern ein Erfolg, der dazu beitragen soll, die Meinung der Jugendlichen zu erfragen und zu berücksichtigen.

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