Flensburg : Wählergemeinschaft will Fernbahnhof in Weiche

Die Flensburger Gleisanlagen:  Bahnhof Weiche (1), Anschluss der Hafenbahn an die Hauptstrecke nach Hamburg (2), heutiger Bahnhof Flensburg (3), neuer Nahverkehrs-Bahnhof am ZOB (4), möglicher Anschluss des Hafens (5).
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Die Flensburger Gleisanlagen: Bahnhof Weiche (1), Anschluss der Hafenbahn an die Hauptstrecke nach Hamburg (2), heutiger Bahnhof Flensburg (3), neuer Nahverkehrs-Bahnhof am ZOB (4), möglicher Anschluss des Hafens (5).

Harry, Teichmann, WiF-Ausschussmitglied in Flensburg, plant den Neubau eines Fernbahnhofes in Weiche und einen neuen Nahverkehrsbahnhof am ZOB.

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18. Oktober 2012, 09:12 Uhr

Flensburg | Nach der ersten Diskussion der CDU im Mai über die Einrichtung eines Nahverkehrsbahnhofes am ZOB präsentiert Harro Teichmann von der WiF, bürgerliches Mitglied im Planungsausschuss, jetzt den Vorschlag, den heutigen Bahnhof - vor wenigen Jahren mit Millionenaufwand saniert - aufzugeben und für Flensburg einen neuen Fernbahnhof in Flensburg-Weiche anzulegen. Weiter schlägt er den Bau eines Nahverkehrs-Bahnhofes am ZOB vor.
Die ersten Schritte im Rathaus, das Gebiet um den heutigen Bahnhof zum Sanierungsgebiet zu machen und Flächen für den Wohnungsbau zu schaffen, nahm Teichmann zum Anlass, sich mit der künftigen Gestaltung der Bahnanlagen zu beschäftigen.
Ein Shuttle bringt die Reisenden von Weiche zum Bahnhof
Mit dem Bau eines neuen Bahnhofes in Weiche könnten die Fernzüge von Dänemark dort halten und - ohne Umweg über die knapp sieben Kilometer lange Schleife - weiter in Richtung Hamburg fahren. Der Vorschlag Teichmanns passt zu Überlegungen in Dänemark, eine schnelle Bahnstrecke in Schleswig-Holstein zu schaffen - mit einem neuen Flensburger Bahnhof. Und weiter: "Ein Shuttle (S-Bahn) bringt die Reisenden mit dem Ziel Flensburg von Weiche zum Bahnhof ZOB, oder alternativ ein Bus. Es wäre denkbar, dass die S-Bahn auch als Straßenbahn von Weiche bis in die Nordstadt fährt."
Die Züge des Nahverkehrs sollen Flensburg in einem neuen Bahnhof am ZOB anlaufen. Lediglich der Zug von und nach Kiel hat als Endpunkt den heutigen Bahnhof, der für diesen Zweck ausgelegt wird. Bis auf zwei Gleise sollten dort alle anderen Anlagen beseitigt werden. Teichmann: "Die Stadt übernimmt in diesem Gebiet alle der Bundesbahn gehörende Grundstücke, erwirbt so wertvolles Bauland für den Wohnungsbau im zentrumsnahen Bereich der Stadt." Die Schleife nach Dänemark könnte ebenfalls abgebaut werden, die heutigen Bahnanlagen würden nicht mehr die Südstadt vom übrigen Stadtgebiet trennen.

Weiter genutzt werden könne auch der Bahndamm in der Innenstadt. Damit bleibe auch die Option des Güterverkehrs in Richtung Hafen bestehen. Die Zukunft dieses Bahndammes hatte auch die CDU-Ratsfraktion angeregt, im Mai zusammen mit Fachleuten über Chancen und Möglichkeiten zu beraten. Die Ratsfraktion setzt morgen diese Überlegungen fort. Die CDU will möglichst viele Meinungen anhören, bevor über den Abriss der Gleise zugunsten eines Radweges und über eine Beseitigung des Dammes im Bereich Hafenspitze entschieden wird.
Tatsache ist, dass der Bahndamm nicht mehr für Güterverkehr genutzt wird. Die Stadtwerke werden deshalb den Vertrag mit der Deutschen Bahn zur Erhaltung der Trasse 2014 auslaufen lassen. Nicht ausgeschlossen, dass die Bahn die Stilllegung beantragt, um sich die Unterhaltskosten für die Gleise und besonders die Brücken zu sparen. In der Diskussion im Mai hatte eine Vertreterin der Stadtplanung angekündigt, Stadt und landesweite Verkehrsservice-Gesellschaft wollten in einem Gutachten die Möglichkeiten für einen Nahverkehrs-Bahnhof am ZOB untersuchen.
Die CDU-Tagung, die das Thema Innenstadt-Bahndamm erneut aufgegreift, beginnt am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Versammlungsraum des Deutschen Hauses (Restaurant).

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