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Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 04:29 Uhr

Flensburger Osten : Wachstum auf engstem Raum

vom

Einkaufsmarkt Adelbylund soll vergrößert werden - Tarup bleibt hingegen weiterhin ohne Supermarkt

Flensburg | Die Erneuerung und Vergrößerung der klassischen Supermärkte in Flensburg geht weiter: Jetzt hat die Stadt ein Verfahren zur Vergrößerung des Edeka-Marktes an der Straße Adelbylund eingeleitet. Inhaber Lutz Blask strebt eine Erweiterung von 900 auf 1500 Quadratmeter an - nicht morgen oder übermorgen, aber in nicht allzu ferner Zukunft. Diese Entwicklung überrascht, weil sie im Einzelhandelskonzept, das 2011 nach monatelangen heftigen Geburtswehen beschlossen wurde, nicht vorgesehen ist.

"Das Konzept ist nicht in Stein gemeißelt", stellte der Chef der Stadtplanung Peter Schroeders zu Beginn der Diskussion im Planungsausschuss erst einmal klar. Es sah eine Einzelhandelsentwicklung am Hafermarkt und in Tarup vor, nicht jedoch in Adelbylund. Hier hatte sich zuvor die Idee zerschlagen, den Edeka-Markt mit dem ein Stück weiter stadteinwärts liegenden Penny-Markt zu einem Stadtteilzentrum zu verbinden, weil das dazwischen liegende Grundstück verkauft und mit einem Wohnhaus bebaut wurde - zum Ärger der Stadt, die das jedoch nicht verhindern konnte.

Marktchef Lutz Blask hat zwar an sechs Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr geöffnet, aber in einer nicht mehr zeitgemäßen Immobilie. 1980 wurde erstmals ein Einkaufsmarkt in der aus dem 19. Jahrhundert stammenden ehemaligen Holzhandlung eingerichtet. Sollte es zur Erweiterung kommen, müsste das Gebäude vermutlich abgerissen werden. "Ursprünglich waren die Erweiterungspläne nur eine Spinnerei", sagt Blask, der den Markt vor dreieinhalb Jahren übernommen hatte. Mittlerweile denkt er aber gemeinsam mit der Edeka-Organisation über den Zukauf benachbarter Flächen nach.

Aber soweit ist es noch nicht. Zunächst wurde im Ausschuss die Änderung des Bebauungsplans beschlossen. Ziel sei es, so Schroeders, in neun Monaten eine Baugenehmigung zu haben. Viel Platz haben Bauherr und Architekt nicht: Vor dem Markt liegen direkt an der Straße ein Wohnhaus und ein Nebengebäude, von Nordwesten ragt weit und spitz der Garten eines Privathauses in den Parkplatz hinein. Und an der Ecke zur Lundlücke liegt das Wohnhaus.

Niemand im Planungsausschuss bezweifelte am Dienstag die Bedeutung des Edeka-Marktes an diesem Standort. "Der Bedarf ist da, nicht zuletzt weil in diesem Viertel immer mehr Studenten leben", sagte Ron Jeromin (WiF). Für den SSW und die SPD begrüßten Edgar Möller und Axel Kohrt die Entwicklung. Arne Rüstemeier (CDU) hingegen zögerte etwas: "Wir brauchen diesen Markt, haben aber etwas anderes gewollt." Er würde am liebsten zunächst das Einzelhandelskonzept ändern und dann erst den Bebauungsplan.

Am Ende zeigte er sich jedoch einsichtig und stimmte zu. Schroeders hatte betont, dass der Markt die Erneuerung und Vergrößerung zwingend brauche, "sonst besteht das Risiko, dass er wegbricht". Man müsse die Erschließung klären und sicherstellen, dass sich der vergrößerte Markt in die Nachbarschaft einfügt.

Tarup hingegen bleibt ohne Einkaufsmarkt. "Die Bemühungen sind gescheitert", musste Schroeders einräumen, "es gibt keine vernünftige Lösung für Tarup." Das sei sehr schade, bedauerte Rüstemeier, weil es im Stadtteil sehr viel ehrenamtliches Engagement für die Etablierung eines neuen Einkaufsmarktes gegeben hatte. Seit der Edeka-Markt an der Taruper Hauptstraße 2010 schloss, ist der Stadtteil im Osten ohne Einkaufsmöglichkeit. Letzter Inhaber war übrigens Lutz Blask.

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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