Planung : Wachsende Stadt will Appetit auf Neubaugebiete stillen

Flensburg plant in Mürwik und im Norden zwei neue Flächen für Geschosswohnungsbau

shz.de von
22. September 2011, 06:21 Uhr

Flensburg | Keine Stadt in Schleswig-Holstein soll in den nächsten 15 Jahren so stark wachsen wie Flensburg. Das sagen jedenfalls die Statistiker in ihrer Bevölkerungsvorausberechnung. Schon heute ist es schwer, in der Stadt eine adäquate, bezahlbare Wohnung zu finden. Nachdem sich die Stadtplanung in den zurückliegenden Jahren vor allem auf Einfamilienhaus-Gebiete konzentriert hatte, bemüht sie sich jetzt verstärkt auch wieder um Geschosswohnungsbau. Der Umwelt- und Planungsausschuss hat jetzt zwei kleinere Projekte beiderseits der Förde auf den Weg gebracht.

Am Drosselweg, schräg gegenüber der Comenius-Schule und nur einen Steinwurf von der Bauer Landstraße entfernt, schwebt der Stadtplanung eine "großformatige Zeilenbebauung im Geschosswohnungsbau" vor. Damit könne optisch und städtebaulich eine Verbindung von der Comenius-Schule zu den Wohnblocks an der Bauer Landstraße geschaffen werden. "45 Wohneinheiten oder mehr" seien hier vorstellbar, sagte Planungschef Michael Draeger im Ausschuss.

Derzeit sind auf der fraglichen Fläche 15 Kleingärten angesiedelt. Das sei aber kein Problem, weil man a) im Stadtteil sicherlich Ersatz finden werde und b) es sich nicht um Kleingärten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes handele. Im Flächennutzungsplan von 1998 ist die Fläche schon für Wohnungsbau ausgewiesen. Für die Übergangszeit hatte die Stadt einen Teil davon an 15 Kleingärtner verpachtet. Man einigte sich im Ausschuss darauf, dass die Ersatzlösung für sie Teil der Planung werden soll.

Etwas weniger, nämlich 20 bis 25 Wohnungen, stellt sich die Stadt im ehemaligen "Hansi-Garten" im grünen Winkel zwischen Fördestraße und Solitüder Straße in Mürwik vor. Bis in die 80er Jahre gab es hier eine Ziervogelzucht - daher der volkstümliche Name. Auch hier ist die Fläche seit 1998 als Wohnbaufläche ausgewiesen; heute ist sie eine mit Büschen und Baumgruppen bewachsene Grünfläche ohne Parkcharakter und Infrastruktur. Die Stadtplaner stellen sich hier eine Ergänzung des Geschosswohnungsbaus an der Solitüder Straße vor. Im Zuge des Verfahrens soll geprüft, wie weit und wie hoch das Grundstück bebaut werden und wie ein Grünausgleich geschaffen werden kann. Auch Fragen des Lärmschutzes sollen geklärt werden.

Der Planungsausschuss stimmte beiden Projekten grundsätzlich zu; es gab keine Nein-Stimmen. Investoren gibt es noch nicht, die Stadt bringt eine "Angebotsplanung" auf den Weg. In beiden Fällen sollen Bürger und Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt werden.

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