Langballig : Vorfreude auf die Camping-Saison

Handwerkliches Geschick gehört dazu: Jan-Preben Arnold repariert einen Trockner.
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Handwerkliches Geschick gehört dazu: Jan-Preben Arnold repariert einen Trockner.

Jan-Preben Arnold werkelt schon seit Februar auf der Anlage in Langballigau.

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23. März 2017, 12:08 Uhr

Langballig | Noch ist es ruhig auf dem Langballigauer Campingplatz. Auf den ersten Blick wirkt das Gelände sogar richtig ausgestorben. Nur die Wohnwagen, die schon in Reih und Glied auf ihren Plätzen stehen, verraten, dass der Saisonbeginn quasi vor der Tür steht.

„Wenn die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, kann ich es kaum abwarten, dass es wieder losgeht“, erklärt Jan-Preben Arnold, der zusammen mit seinem Vater den Platz führt. Der 33-Jährige ist auf dem Gelände, das direkt an den Strand angrenzt, aufgewachsen. Einige der Dauercamper kennt er schon seit seiner Kindheit. „Meine Großmutter hat den Platz vor 50 Jahren aufgebaut, später hat mein Vater übernommen und in einigen Jahren werde ich den Platz führen“, erzählt er. Eigentlich hat er Medieninformatik studiert. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist, immer nur vor dem Computer zu sitzen.“

Stattdessen hilft er den Campern gerne bei allen kleinen und großen Problemen und hält den Platz in Schuss. „Wenn es technische Probleme gibt, dann tüftele ich gerne daran, bis ich die Lösung gefunden habe.“ An einem komplizierten Fall arbeitet er gerade im Aufenthaltsraum, den er kurzfristig zur Werkstatt umfunktioniert hat: „Der Trockner ist kaputt, ich versuche, das zu reparieren.“ Vor allem im Herbst und Winter falle Einiges auf dem Platz an. „Seit Februar bin ich schon am Werkeln“, sagt der 33-Jährige. So ist er dabei, die Gummibeschichtung der Wände im Sanitärgebäude zu erneuern. Auch auf dem Gelände selbst hat sich schon viel getan. Die Parzellen haben neue Stromkästen bekommen. „Wir haben hier immer sehr viel Wasser stehen, deswegen haben wir zudem eine Drainage verlegen lassen und hoffen, dass sich das Problem damit erledigt hat.

Dass sich im Untergrund etwas verändert hat, haben auch Kirsten und Uwe Lorenzen festgestellt. Die Rentner aus Flensburg sind an diesem Tag nach Langballigau gekommen, „um nach dem Rechten zu sehen“. Das Ehepaar hat seit 16 Jahren seinen Wohnwagen in Langballigau geparkt und ist eher zufällig auf diesem Platz gelandet. „Wir hatten vorher ganz in der Nähe eine Parzelle, aber das Gelände wurde dann verkauft“, erinnert sich Uwe Lorenzen. Die Camper wollten sich eigentlich einen Platz in Dänemark suchen, aber: „Dort haben wir keinen Stellplatz direkt am Wasser bekommen, also sind wir hier geblieben“, erklärt Kirsten Lorenzen und schwärmt dann von den Vorzügen des Ortes. „Langballigau hat ein ganz besonderes Flair, hier ist immer etwas los.“ Zudem genieße das Paar die Gemeinschaft auf dem Platz.

Bevor das Camping aber so richtig losgehen kann, laufen auch bei Familie Lorenzen die letzten Vorbereitungen. „Als Erstes steht der Frühjahrsputz an“, sagt Kirsten Lorenzen. Der Wagen werde dabei nicht nur von innen, sondern auch von außen geputzt. Uwe Lorenzen wird bis dahin nochmal den Fußboden für das Vorzelt überprüfen und gegebenenfalls ausbessern. Bis Ostern muss alles fertig sein. „Das ist ein fester Termin im Jahr, dann wird das erste Mal gecampt.“ Dieses Jahr komme die Familie zum gemeinsamen Osterfrühstück. „Die schönste Zeit beim Camping ist einfach das Frühjahr, wenn es wieder losgeht“, erklärt Kirsten Lorenzen. Dass es dann noch kalt sein kann, stört die Rentner nicht. „Wir brauchen nicht mehr so viel Wärme“, sagt Uwe Lorenzen dick eingepackt und lacht.

Dass die Temperaturen an diesem Märztag noch im einstelligen Bereich liegen, macht auch Reiner Gritzka nichts aus. Der 75-Jährige und seine Frau sind mit dem Wohnmobil nach Langballigau gekommen. Die Bredstedter haben in den letzten vier Jahren immer wieder dort Station gemacht. „Wir sind schon Dauergäste und fühlen uns einfach wohl“, erklärt er. Das Paar genieße vor allem die Lage. „Von wo aus kann man sonst so schön auf Dänemark gucken?“, fragt er und lässt seinen Blick über die Förde schweifen. Am Wochenende bekommen sie Besuch von Verwandten. „Wir wollen angrillen“, sagt Gritzka. Bis kurz vor Ostern will das Ehepaar in Langballigau bleiben, dann geht es weiter nach Röm.

Reiner Gritzka und seine Frau sind nicht die Einzigen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind. „Man kann beobachten, dass es da einen Wandel gegeben hat“, erzählt Jan-Preben Arnold. Aus diesem Grund gibt es in Langballigau mehrere Stellplätze für Wohnmobile. Besonders in den Sommermonaten brumme das Geschäft. „Dann sind auch die Skandinavier mit ihren Wohnwagen unterwegs.“ Ansonsten finden 100 Dauercamper auf dem Gelände Platz. „Die meisten kommen wie die Lorenzens aus der Gegend und genießen hier eine Auszeit.“ Was für die anderen eine Auszeit ist, bedeutet für Jan-Preben Arnold lange Arbeitstage. „In der Saison sind wir quasi 24 Stunden verfügbar“, erzählt er. Wenn dann der Herbst kommt, atme er jedes Jahr immer wieder durch. „Die Vorfreude auf die Saison ist aber schnell wieder da“, sagt er und lacht. So auch in diesem Jahr. Am 1. April geht es offiziell los.

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