Entscheidung im März : Vorfahrt für Groß-Tarup?

Sehr Werkstatt-freundlich: Die Goerdelerstraße opfert sich.  Damit in Tarup gebaut werden kann, bleibt sie so schlecht wie sie ist. Foto: Dommasch
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Sehr Werkstatt-freundlich: Die Goerdelerstraße opfert sich. Damit in Tarup gebaut werden kann, bleibt sie so schlecht wie sie ist. Foto: Dommasch

Hohe Nachfrage - keine Grundstücke mehr. Stadt will Erschließung des letzten großen Neubaugebietes vorziehen. Entscheidung im März.

shz.de von
08. Februar 2013, 07:08 Uhr

Flensburg | Der, so sein Vorsitzender Thomas Dethleffsen - größte jemals einberufene Flensburger Finanzausschuss drehte gestern im Europaraum des Rathauses eine große Runde um sich selbst. Ein Verwaltungsvorschlag hatte eine personalaufwendige gemeinsame Sitzung des Finanzausschusses, des TBZ-Ausschusses und des TBZ-Verwaltungsrates notwendig gemacht. Es ging um die Einsparung von 2,3 Millionen Euro, und um die Frage, wie trotz des Zwangs zum Sparen durch Umschichtungen die Erschließung von Tarup Südost um ein Jahr vorgezogen werden könnte.

Dazu hatte die Verwaltung den Politikern zwei Vorlagen vorbereitet. Die eine bildet die vom Technischen Betriebszentrum vorgeschlagenen Maßnahmenkürzungen ab, die im laufenden Geschäftsjahr zu 2,3 Millionen Euro Einsparung führen sollen. Dann gab es noch eine "Erste Ergänzung" - von der gleichen Verwaltung. Die berichtete von den Problemen, Häuslebauern in Flensburg ein Grundstück zu verkaufen. Das nämlich sei im vergangenen Jahr unmöglich gewesen. Und damit in Zeiten historisch niedriger Bauzinsen und eines steigenden Nachfragedrucks Bauwillige nicht etwa ins Umland abwandern, forderte diese Vorlage, die Erschließung des letzten großen Baugebiets für Einfamilienhäuser um ein Jahr vorzuziehen: Tarup Südost. Nach ursprünglichen Planungen sollten die ersten von rund 300 Grundstücken für die Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern erst 2014/2015 in die Vermarktung gehen. Die Ergänzung der Verwaltungsvorlage sollte sicherstellen, dass 2014 schon die ersten Häuser gebaut werden. Und weil das alles Umschichtungen im Katalog der Maßnahmenkürzungen zur Folge hatte, und weil die Kieler Rechtsaufsicht Flensburgs Sparbemühungen fest im Auge hat, musste diese Runde eine ganz große Runde sein.

Um es kurz zu machen: Es bleibt alles beim Alten. Fast alles. Bürgermeister und Stadtkämmerer Henning Brüggemann selbst regte gestern an, die folgenschwere Ergänzung erst im März zu behandeln - und zwar mit einem verbindlichen Zeitplan für die Erschließung des Baugebietes als Grundlage. Brüggemann hatte Irritationen in der Politik ausgemacht und wollte die in überschaubarem Rahmen diskutieren.

Und da gibt es mit Sicherheit einige Punkte. Denn zu Gunsten der zügigen Erschließung Tarups waren einige Projekte zu Opfern geworden, die in der regulären Vorlage eigentlich als alternativlos geschildert wurden. Allen voran die Erneuerung der Goerdelerstraße. Eine Verschiebung könne nicht gerechtfertigt werden. Der Zustand der Straße sei für einen Schulweg und die Buslinie nicht mehr verkehrssicher, die Substanz der Straße insgesamt gefährdet, heißt es in den Erläuterungen zum Maßnahmenkatalog. Doch in der Ergänzung ist davon nicht mehr die Rede. Da werden die für die Sanierung vorgesehenen 160 000 Euro ebenso wie Mittel für die Erschließung Hestoft/Süderlück und Sünderup Hochfeld Tarup Südost zugeschlagen. Und diese Gefahr ist noch nicht gebannt. Am 7. März steht die gestern abgelehnte Ergänzungsvorlage erneut auf der Tagesordnung. Damit ist davon auszugehen, dass mit der Sanierung der Goerdelerstraße auf keinen Fall vor dem 7. März begonnen werden wird.

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