Verkehrsplanung in Flensburg : Vorerst keine vier Spuren auf dem Ostende der Tangente

Dichter Verkehr an der Kreuzung Nordstraße / Osterallee: Hier wollen vier Parteien zwei weitere Fahrspuren.
Dichter Verkehr an der Kreuzung Nordstraße / Osterallee: Hier wollen vier Parteien zwei weitere Fahrspuren.

Verwaltung prüft unterschiedliche Szenarien und Maßnahmen / Bau könnte fast 20 Jahre auf sich warten lassen

shz.de von
23. März 2017, 07:20 Uhr

Er habe mit Sorge gesehen, dass der Verkehr auf der B 199 am östlichen Stadtrand ins Stocken gerät, sagte CDU-Ratsherr Arne Rüstemeier. Die heutige Situation sei „inakzeptabel“. Früh morgens staut sich der stadteinwärts fließende Verkehr auf der Nordstraße von Wees kommend an der Ampel Osterallee. Wenige Minuten nach acht Uhr, wenn die Schule begonnen hat und die meisten Menschen ihre Arbeitsplätze erreicht haben, fließt der Verkehr wieder. Die Fraktionen von CDU, SSW, WiF und FDP wünschen sich auf dem Abschnitt zwischen Osterallee und Schottweg-Kreuzung vier Spuren oder alternativ mindestens drei.

Daraus wird jedoch vorerst nichts. Zwar hatten die vier Fraktionen auf der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag eine knappe Mehrheit. Doch auf Wunsch und Rat des städtischen Chefplaners Peter Schroeders milderten die Vier ihren Antrag zu einem Prüfauftrag ab. Ursprünglich sollte die Drei- oder Vierspurigkeit ins Mobilitätskonzept aufgenommen werden, wodurch es auf die Agenda umzusetzender Maßnahmen gelangt wäre.

„Was für ein Antrag für eine Klimastadt!“, entfuhr es Frank Hamann (Die Linke). Die Situation sei bei weitem nicht so dramatisch wie geschildert: „Morgens eine halbe Stunde, abends eine halbe Stunde“, so Hamann. Die Ampelschaltung sei das Problem, und genau die wird jetzt auch geprüft; womöglich reichen ein paar Sekunden mehr Grün schon, um die Lage zu entschärfen.

SSW-Ratsherr Glenn Dierking widersprach Hamann. „Es gibt auch schon mal mittags einen Stau“, habe er beobachtet. Er beklagte, dass damals die Osttangente nicht zu Ende gebaut worden sei: „Das war ein Fehler.“ Die heutige Situation habe sogar Auswirkungen auf den Stadtteil Tarup, wie WiF-Ratsherr Hubert Ambrosius beobachtet haben will. Angesichts der Staulänge würden Autofahrer aus Angeln auf die alte Kappelner Landstraße ausweichen und über Tarup in die Flensburger Innenstadt fahren.

Für die Grünen wies Ratsherr Stefan Thomsen darauf hin, dass eine Vierspurigkeit das Problem nur zur Schottweg-Kreuzung verlagern werde. Zudem müsste man für eine Verbreiterung des fraglichen Abschnitts „Hunderte von Bäumen fällen“, die heute eine wichtige Lärmschutz-Funktion für die Häuser am Wasserlooser Weg übernehmen. Man müsste dann den Bewohnern eine neue Lärmschutzwand praktisch direkt vor die Fenster bauen.

Immer wieder geisterte die Jahreszahl 2035 durch die Debatte. So lange müsste man auf die Verbreiterung warten, weil der Bund für die Straße zuständig sei und Flensburg die Aufnahme der Maßnahme in den Bundesverkehrswegeplan beantragen müsste.

Ausschussvorsitzender Axel Kohrt (SPD) bezweifelte die von den Befürwortern ins Feld geführte Zahl von 18  000 Fahrzeugen pro Tag auf dem betroffenen Abschnitt. Die Zählung stamme aus der Zeit, als Kielseng eine Baustelle war und viele Autofahrer auf die Nordstraße ausgewichen seien.

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