zur Navigation springen

Marineschule Flensburg : Vorarbeiten für Vereidigung der Offiziersanwärter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Freitagmittag werden in der Marineschule Mürwik 260 Offizieranwärter vereidigt – bereits am Donnerstag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 07:03 Uhr

Sommerferien, perfektes Urlaubswetter: Da rücken Hafen und Strände in den Blick von Flensburgern und Feriengästen. Deshalb bringt das Tageblatt seine Sommerserie „An der Wasserkante“. Heute: Besuch bei den Vorbereitungen zum heutigen Vereidigungszeremoniell für Marineoffizieranwärter in der Marineschule Mürwik.

„Abteilung halt, links um, richt’ euch!“ hallt es im militärischen Tonfall über den Rasen. Viel Leben herrscht am späten Vormittag auf dem Paradeplatz der Marineschule. 260 Rekruten in Uniform üben ihren Auftritt, malerisch eingerahmt vom imposanten Backsteinbau und dem frisch eingelaufenen Ausbildungsschiff „Gorch Fock“ im Hafen. Die befehligte Einheit steht anschließend perfekt in einer Linie ausgerichtet am vorgesehenen Ort.„Außenstehende wundern sich ja immer, wie das sein kann“, sagt Franziska Stäcker (23), Leutnant zur See und während eines Praktikums für die Pressebetreuung beim jährlichen Großereignis zuständig. „Dabei sind auf dem Platz – für die Zuschauer nicht sichtbar – einfach kleine Markierungen zur Orientierung in den Boden gerammt.“

Die Reihenfolge beim Aufmarsch, Positionen, Abläufe – am Freitag um 12 Uhr muss alles reibungslos ablaufen. Dann nämlich beginnt das Vereidigungszeremoniell für 260 Marineoffizieranwärter des aktuellen Jahrgangs, der „Crew VII/2014“ in fünf Einheiten von 50 bis 60 Mann. Neben dem Inspekteur der Marine, Axel Schimpf, wird als Gast in diesem Jahr der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Markus Grübel, zu den Soldaten sprechen. Weitere hochrangige Gäste aus Politik, Gesellschaft und Bundeswehr sowie rund 2000 Angehörige und Besucher werden erwartet.

„Es ist für die Rekruten der Zeitpunkt, an dem sie vor Familie und der Öffentlichkeit kund tun, den Dienst am Vaterland leisten zu wollen, ein großer Moment“, sagt Stäcker in bester Erinnerung an ihre eigene Vereidigung, bei welcher der damalige Bundespräsident Christian Wulff auftrat.

Neben einer begleitenden Kompanie des Wachbataillons des Bundesverteidigungsministeriums aus Berlin ist heute auch das Heeresmusikkorps Hannover anwesend. Denn während der rund einstündigen Zeremonie, auf deren Höhepunkt die Marineoffizieranwärter ihre rechte Hand heben und den Eid nachsprechen, werden unter anderem auch die Nationalhymne und das Schleswig-Holstein-Lied gespielt.

Die Marineoffizieranwärterin Judith Balzukat freut sich auf ihre Vereidigung, ist aber auch sehr aufgeregt: „Es ist etwas ganz Besonderes, ich hoffe, dass ich beim Aufmarsch nicht den Schritt versemmele“, scherzt die 18-Jährige aus Lippstadt (Nordrhein-Westfalen). Seit dem 1. Juli ist sie dabei und kann es kaum erwarten, nach einem Monat Grundausbildung wieder mit ihrer Familie zusammen zu sein. „Meine Mutter kommt, sie ist ganz gespannt darauf, ihre Tochter als Soldatin zu sehen.“

Judith Balzukat will Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften an der Bundeswehruniversität in München studieren. Für die Marine entschieden hat sie sich schon vor dem Abitur, der Besuch einer Ausbildungsmesse gab den Ausschlag. „Vorher dachte ich immer, ich würde nie zur Bundeswehr gehen, aber ich habe für mich entdeckt, dass die Arbeit sehr vielfältig und interessant ist.“

Nicht nur deutsche Marineoffizieranwärter werden bei der Zeremonie anwesend sein. „Es kommen im Rahmen von Kooperationen mit anderen Ländern auch 15 Kameraden aus Benin, dem Libanon, Algerien, Senegal, Frankreich, Kamerun, Thailand, Südkorea und Gabun“, zählt Franziska Stäcker auf. „Auch die sind bei der Vereidigung anwesend, heben aber natürlich nicht ihre rechte Hand und sprechen keinen Eid aufs Vaterland.“

Einen ganz speziellen Job hat Martin Kiesewetter, der 30-jährige Kapitänleutnant wird das Vereidigungszeremoniell moderieren. „Ich führe das Publikum aus Zivilisten durch das Programm“, erklärt Kiesewetter. Dazu gehört nach einer allgemeinen Begrüßung die Ankündigung der Einmärsche und der Ehrengäste sowie der Redner. „Und bei besonders ehrwürdigen Punkten wie etwa der Hymne bitte ich das Publikum darum, sich von den Plätzen zu erheben.“ Zum dritten Mal übernimmt Kiesewetter diese Aufgabe, es ist für ihn eine große Ehre, wie er sagt. „Ich bin gern hier und habe da Freude dran. Für mich ist die Vereidigung ein idealistischer Akt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen