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Match Race in Flensburg : Vor dem großen Törn über die Ostsee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Donnerstag startet ein spektakuläres Match Race mit Swan-60-Yachten vor der Marina Sonwik mit Landprogramm und Live-Moderation - und acht Stunden Livestream auf shz.de

Flensburg | Im Zelt wird Italienisch gesprochen, auf der Betonbrücke Russisch und hier und da Englisch. Internationales Flair in der Marina Sonwik, wo am Donnerstag das Match Race der fünf Yachten ausgetragen wird, die sich am Sonntag auf einen längeren Törn machen: Kurs Ost, 800 Seemeilen nach St. Petersburg. Das ist das Nord Stream Race von der westlichen Ecke der Ostsee bis in ihren extremen nordöstlichen Winkel.

Zwei Tage vor dem Segelevent, das es in dieser Form in Flensburg und der Region noch nicht gegeben hat, herrscht rege, aber geordnete Betriebsamkeit im Bereich der Sonwik Plaza und in der südwestlichen Ecke des Segelhafens. Hier hat man Platz geschaffen für die Hauptdarsteller des Langstreckenrennens: Baugleiche 60-Fuß-Yachten des finnischen Herstellers Nautor’s Swan, Cruiser-Racer in der Klasse Gazprom Swan 60, die bei gutem Wind die extrem lange Strecke nach Russland in vier Tagen absolvieren. Viele der teilnehmenden Segler fahren erstmals nach St. Petersburg. „Das ist für viele ein besonderer Reiz, hier mitzumachen“, sagt Arne Hirsch vom Norddeutschen Regatta-Verein (NRV), der für den landseitigen Teil des maritimen Großereignisses zuständig ist.

Typ

Gazprom Swan 60

Werft

Nautors Swan Finnland

Länge

18,86 Meter

Breite

5,09 Meter

Ballast

7700 Kilogramm

Verdrängung

18.700 Kilogramm

Gewicht

21 Tonnen

Tiefgang

3,60 Meter

Segelfläche

221 qm; Gennaker 320 qm

Masthöhe

28,30 Meter

Grundpreis

etwa 2,8 Millionen Euro

 

Da kann es vorkommen, dass über mehrere Stunden der Kurs kaum verändert wird und die Crew weitgehend Ruhe hat. Davon kann am Donnerstag beim Match Race zwischen Werft und Sonwik keine Rede sein. Da werden die internationalen, mit Profi- und Weltklasse-Seglern gespickten Teams mächtig ins Schwitzen kommen, denn es werden extrem kurze Bahnen mit ständigen Manövern gefahren: Wende hier, Wende da, Spinnaker rauf, Spinnaker runter. shz.de überträgt per Livestream von 12 bis etwa 20 Uhr.

Anders als bei einer Hochsee-Regatta ist das Publikum hier aber dicht dran am Geschehen. Auf der Promenade zwischen der Brücke des Wasserflugzeugs und der Marina baut der Norddeutsche Regatta-Verein (NRV), der das Event organisiert, eine Tribüne für das Publikum auf. Doch damit nicht genug: Ein russisches Kamerateam, das heute schon emsig sein Equipment hin und her trug und erste Aufnahmen machte, wird die Rennen aus nächster Nähe filmen. Ein Team aus der Abteilung Digitale Medien des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) sorgt für die Live-Übertragung auf einen großen LCD-Bildschirm an Land. Hier kommentiert und erklärt Klaus Lahme vom NRV das Renngeschehen, moderiert von Jürgen Muhl, stellvertretender Chefredakteur des sh:z.

„Der Tisch ist gedeckt“, sagt sein Vereinskollege Arne Hirsch. Unterhalb der Freitreppe auf der Plaza wird heute eine Bühne aufgebaut, wo morgen um 20.30 Uhr die Sieger geehrt werden und ab 21 Uhr die Top-40-Band „United Four“ Hits am laufenden Band zum Abrocken spielt. Etwas weiter stadteinwärts gibt es an mehreren Ständen Bier und Wein, Cola und Cocktails, aber auch Einiges zu beißen. „Gegen 22 Uhr zünden wir dann noch ein Feuerwerk“, kündigt Christoph Volkmann an, Chef der Marina Sonwik.

„Das ist eine tolle Sache für Flensburg und die Region“, schwärmt Volkmann von dem internationalen Event. „Super, dass der Start dieses spektakulären Rennens hier in Flensburg ist und nicht in Kiel oder in einem anderen Ostseehafen.“ Mit 800 Seemeilen ist das Nord Stream Race immerhin 200 Meilen länger als das berühmte Fastnet Race an der Südküste Englands.

Für Volkmann und sein Team hat das Event in den letzten Tagen viel Arbeit gebracht, die er aber gern angenommen hat. Ständig klingelt das Telefon, es ist ein Kommen und Gehen in seinem Büro. Der erste Bierstand ist schon aufgebaut, englische Techniker arbeiten auf der Yacht, die von einer türkischen Crew gesegelt wird – und stärken sich danach beim Italiener. Jetzt hoffen alle Beteiligten auf ausreichend Wind und den Ansturm vieler Segel-Enthusiasten der Region.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 13:00 Uhr

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