Nikolaus-Reiser-Stiftung : Von Tina Turner bis Richard Wagner

Debütantin Merle Friede
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Debütantin Merle Friede

Abwechslungsreiches Stiftungskonzert in der Musikschule

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07. Februar 2018, 08:20 Uhr

Elf junge Stipendiatinnen und ein Stipendiat der Nikolaus-Reiser-Stiftung gaben jetzt ein Gastspiel in der Musikschule Flensburg. Sie boten ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Programm, das trotz einer Dauer von zwei Stunden keine Längen aufwies.

Zum Auftakt war erst einmal alles anders: Der Pianist fehlte – und so animierte die Moderatorin und Geschäftsführerin der Stiftung, Mareike Hölker-Grzimek, das Publikum zum gemeinsamen Singen. „Schläft ein Lied in allen Dingen“ hallte es im Kanon durch den Saal, als der Pianist schließlich eintraf.

Er begleitete zuerst die Sängerin Suay Nora Neuburger, die erstmals ein geistliches Lied passend zum Schütz-Jahr von Heinrich Schütz sang. Mit heller Sopranstimme und sicherem Auftritt überzeugte sie das Publikum auch als selbstbewusste Mary Poppins.

Aus dem gleichen Musical sang gleich im Anschluss die bereits fertig ausgebildete Musical-Sängerin Carolina Walker „Mrs. Banks zu sein“. Mit ihren 28 Jahren sei sie nun auf Mutterrollen gebucht, so die Künstlerin, die derzeit in Produktionen am Theater in Hagen und in Oldenburg zu sehen ist.

Ihr Debüt beim Stiftungskonzert gab Merle Marie Friede, die gar nicht wusste, was für ein Talent sie hat und von ihrem Musiklehrer an der Ostseeschule, Niklas Heitmann, entdeckt wurde. Mit ihr fieberten alle anderen Stipendiaten mit. Von Konkurrenzdruck war nichts zu spüren, es wurde die Einzigartigkeit jedes Auftritts gefeiert.

Marlene Walker wird wie ihre Schwester schon seit einigen Jahren von der Stiftung unterstützt und sang mit entspannter Eleganz vom Shanty über den südamerikanischen Klassiker „Besame mucho“ bis hin zum frechen, schrillen Musical-Song alles derart überzeugend, dass es Lust auf ein abendfüllendes Programm machte.

Eiken Nonn präsentierte sich mit einer Arie aus ihrer Lieblingsoper. Und Alexander Hasler, der einzige Mann in der Runde, ließ seinen vollen Bass in Musical und Jazz-Nummern erklingen, die das Publikum in melancholische bis hoffnungsvolle Stimmungen versetzten. Mit Kathrin Lorenzen und Sophie Stratmann ging es dann wieder in die klassische Richtung. Beide studieren in der Bach-Stadt Leipzig und sangen gemeinsam ein Duett aus Bachs H-Moll Messe. Ihren Stimmen hörte man die solide klassische Ausbildung an, und Sophie Stratmann wird man im April und im Dezember beim Bach-Chor als Solistin erleben können.

Eine echte Soulstimme kam mit Mandy Matthiesen auf die Bühne. Sie wurde begleitet an der Gitarre von ihrem Partner, für den sie manchmal auch einfach so „Simply the Best“ singt. Zuletzt schwebte eine Elfe auf die Bühne, die als Liza Steinbock vorgestellt wurde. Mit kraftvollem Sopran sang sie Hugo Wolf und Mozart und überzeugte mit ihrem souveränen Spiel. Sie entdeckte im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes am Schleswig-Holsteinischen Landestheater ihre Liebe zur Oper.

Zum Abschluss sangen Stipendiaten und Publikum gemeinsam den Irischen Reisesegen.

Mit dem Konzert wurde auch die Bewerbungsrunde für neue Stipendien eingeläutet. Bis zum 28. März können Interessierte sich um einen Platz beim Vorsingen bewerben. Das Vorsingen vor einer Fachjury findet in diesem Jahr am Sonnabend, 16. Juni, statt.


Nähere Informationen zum Vorsingen und einen Videomitschnitt des Konzerts auf: www.flensburg.de/nikolaus-reiser-stiftung.de

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