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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 14:09 Uhr

Von ödem Ackerland zu blühenden Gärten

vom

Heute feiert die Schrebergarten-Kolonie in Friedheim ihr 50-jähriges Bestehen

flensburg | "Es gab jede Menge unberührtes Ackerland und sonst gar nichts", erinnert sich Rudolf Malchow an die Anfänge der Kolonie Friedheim. Der heute 75-Jährige und seine Frau Karin gehören zu den Gründungsmitgliedern der dortigen Schrebergartengemeinschaft und haben seit Bestehen ununterbrochen dort gelebt.

Auf der Flucht vor den Folgen des Zweiten Weltkriegs verließen die Malchows 1945 ihre Heimat Pommern und ließen sich in Flensburg nieder. 1963 gehörten sie zu den ersten, die eine der neu entstehenden Parzellen in Friedheim erwarben. Einfach waren die Jahre jedoch nicht. "Wir waren viel mehr auf die Erträge unseres Gartens angewiesen als heute, und damals mussten wir alle Arbeiten auch noch von Hand erledigen", sagt Rudolf Malchow.

Zu Beginn der Kolonie dienten die Schrebergärten hauptsächlich der Selbstversorgung. Heute nutzten die Menschen ihre Gärten überwiegend als Naherholungsgebiet. Allen Veränderungen zum Trotz sei sich die Kolonie in ihren Grundprinzipien aber stets treu geblieben. Davon ist Rudolf Malchow jedenfalls fest überzeugt und erntet Zustimmung bei Paula Appel, die in ihrer Funktion als Obfrau der Kolonie für den Zusammenhalt und die Kommunikation unter den Bewohnern zuständig ist.

Die 72-Jährige lebt seit 1974 in der Kolonie und sagt: "Damals wie heute sind bei uns Erdverbundenheit, Nachhaltigkeit, ehrenamtliches Arbeiten sowie die Achtung von Flora und Fauna ungeschriebenes Gesetz."

Der Einsatz von chemischen Giften ist sogar durch die Statuten der Kolonie verboten. In Friedheim richtet man sich wie in allen anderen Gartengemeinschaften der Stadt nach den Vorschriften des Vereins der Gartenfreunde Flensburg. Dieser Mutterorganisation unterstehen zehn verschiedene Kolonien in ganz Flensburg. Die Kolonie Friedheim ist zwar nicht die älteste und auch nicht die größte der Stadt, doch nach Ansicht ihrer Obfrau Paula Appel die schönste.

Die Rentnerin, die aus der Nähe von Paderborn stammt, erinnert sich noch gut an ihren ersten Eindruck von der Kolonie vor vierzig Jahren: "Es hat mir von Anfang an so gut gefallen, dass ich gar nicht mehr weg wollte. Die Ruhe, die Natur, der Zusammenhalt untereinander, all das hat mich wirklich verzaubert."

Heute gärtnern in der Kolonie Friedheim Menschen in 52 Parzellen. Der älteste Gartenfreund ist 87, der jüngste zwei Jahre alt. Rudolf Malchow ist mit seinen 75 Jahren eines der ältesten Mitglieder des Schrebergarten-Vereins, doch hat er sich vorgenommen, mindestens noch zehn Jahre dort zu ackern. "Wenn ich mit 90 immer noch hier leben würde, hätte ich aber auch nichts dagegen", sagt er schmunzelnd.

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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