Northern Wind Ensemble in Flensburg : Von Michigan an die Förde: Musik verbindet

Völkerverständigung mit Musik: Vom 2. bis 4. Juli Juli wird das Northern Wind Ensemble aus den USA in Flensburg zu Gast sein – und natürlich auch ein Konzert geben.
Foto:
1 von 2
Völkerverständigung mit Musik: Vom 2. bis 4. Juli Juli wird das Northern Wind Ensemble aus den USA in Flensburg zu Gast sein – und natürlich auch ein Konzert geben.

Für Talente aus den Vereinigten Staaten (USA) werden für Anfang Juli Gastfamilien gesucht.

shz.de von
12. Juni 2014, 07:00 Uhr

Vor fünf Jahren mussten die Musiker zu Hause bleiben, doch der Chor kam und sang – und überzeugte. Einige Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters des „Blue Lake Fine Arts Camp“ (BLFAC) waren an Grippe erkrankt, während zugleich die Angst vor der Schweinegrippe grassierte. Lediglich die Sänger konnten ausreisen. Die „Carmina Burana“ im Deutschen Haus mit Talenten aus den Vereinigten Staaten und Deutschland erntete trotz all der Improvisation viel Lob.

Genau das versteht Manfred Weyrauch unter „International understanding through music“. Er koordiniert diesen Jugendaustausch seit den 90-er Jahren ehrenamtlich als „Chairman“, als Vorsitzender. Der Gedanke der Verständigung mittels Musik liegt auch dem Camp der gemeinnützigen Bildungsstätte an idyllischem Ort im US-Bundesstaat Michigan zugrunde. Seit 1966 versammeln sich dort junge Nachwuchstalente der Musik, des Tanzes und der Kunst zu Sommerschulen und verfeinern ihr Können. Die Besten der Besten gehen auf Europatournee – in diesem Jahr auf die 45. – und seit Jahren traditionell nach Flensburg.

Vom 2. bis 4. Juli wird nun das Northern Wind Ensemble des BLFAC an der Förde erwartet – 60 Musiker, überwiegend zwischen elf und 16 Jahren. Gastgeber ist auch traditionell das Fördegymnasium. Musik sei „Mittel zum Zweck, damit unsere jungen Amerikaner“ den europäischen Alltag kennen lernen, erläutert Weyrauch. „Sie sollen nicht wie Touristen untergebracht werden, sondern auch am Familienleben teilhaben.“ Eine Reihe Gasteltern habe sich schon gefunden, doch fehlten noch einige Unterkünfte. Der 65-jährige Karlsruher, der 1980 in den Norden kam und jetzt in Dollerup lebt, sei mit der Marine „viel rumgekommen“ und habe selbst „viel Gastfreundschaft erlebt“.

Am Mittwoch, 2. Juli, um 14 Uhr werden die jungen Musiker in Flensburg eintreffen und ihre Gastfamilien kennen lernen. Am Donnerstag sei ein Schulbesuch geplant, skizziert Dirk-Lorenz Matthiesen, und am Freitag ein Abschlussfest. Schon in der Nacht danach treten die Gäste den Heimflug an. Seit wenigen Jahren sei der Austausch aber auf Eis gelegt, räumt der Musik- und Englisch-Lehrer am Fördegymnasium ein. Das soll sich wieder ändern. „Blue Lake hat hier in der Gegend eine Geschichte“, betont Matthiesen und will sie fortschreiben. Der 36-jährige Flensburger erinnert sich, dass es den Austausch schon gab, als er noch als Schüler im Satruper Blasorchester spielte. Die erste Reise in umgekehrter Richtung – von musikalischen Fördegymnasiasten nach Michigan – war im Jahr 1998.

Mit solchen Gegenbesuchen und der Vergabe einiger weniger Stipendien zur Teilnahme an Sommerkursen zeigt sich die gemeinnützige Organisation Blue Lake erkenntlich, erklärt Manfred Weyrauch. Nicht zu vergessen das krönende Konzert: In diesem Jahr wird es am 4. Juli um 19 Uhr in der Auferstehungskirche Glücksburg beginnen.

Wer vom 2. bis 4. Juli Gastfamilie werden möchte, möge Kontakt zu Manfred Weyrauch aufnehmen – per E-Mail: info@brauundbrannt.de oder telefonisch: 0173-9843676.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen