Besuch in Bangkog : Von Flensburg in die Welt: Mini-Phänomenta in Thailand

Thailändische Grundschüler staunen beim Besuch des Flensburger Physik-Professors Lutz Fiesser über die scheinbar bergauf rollende Kugel auf der Kugelrampe.
Thailändische Grundschüler staunen beim Besuch des Flensburger Physik-Professors Lutz Fiesser über die scheinbar bergauf rollende Kugel auf der Kugelrampe.

Lutz Fiesser kam nicht mit leeren Händen. Der Flensburger Professor brachte Grundschülern in Bangkog Apparate zum Ausprobieren mit. Thailands Prinzessin hatte den Dozenten eingeladen.

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12. Juni 2015, 13:29 Uhr

Als eine kleine Revolution beschreibt Lutz Fiesser die Einführung der Mini-Phänomenta an einer Grundschule in Bangkok. Das Projekt, bei dem Exponate der Phänomenta in vereinfachter Weise nachgebaut werden und Kindern an der Schule zum freien Experimentieren zwischen den Unterrichtszeiten zur Verfügung gestellt werden, existiert in Deutschland bereits seit zwölf Jahren. „Die Kinder sollen möglichst früh technisch gebildet werden und Spaß daran haben, Fragen zu stellen“, erklärt der Erfinder der Phänomenta.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel, die Thailänder zu einem Volk zu machen, das einmal Technik entwickeln kann, lud die Prinzessin von Thailand Fiesser und sein Team nach Bangkok ein. „Die Bevölkerung ist absolut hierarchisch organisiert, und genau das haben wir mit unserem pädagogischen Ansatz versucht aufzubrechen“, sagt Fiesser. Die Kinder wuseln um die Experimentierstationen herum, probieren aus, diskutieren miteinander – ein vollkommen neues Bild in der Schule, in der sonst Auswendiglernen und Frontalunterricht auf dem Plan stehen.

Gemeinsam mit Phänomenta-Geschäftsführer Achim Englert, dem renommierten Pädagogen Hans Stenkamp und zwei weiteren Sonderschullehrerinnen, wurden in den Räumlichkeiten der „King Mongkut’s University“ in Bangkok bei einem zweiwöchigen Workshop 20 Trainer ausgebildet. Sie sollen das Konzept der Mini-Phänomenta zukünftig an den Schulen des Landes etablieren und lernten unter anderem, die Stationen selbst zu bauen. „Die anfängliche große Skepsis wich einer herzlichen und offenen Zusammenarbeit“, berichtet Englert. Schon 2016 könnten 40 weitere Schulen mit den Experimentierstationen ausgestattet sein.

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