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Rotary Club Flensburger Förde : Von Flensburg in die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Jugendaustausch des Rotary Clubs Flensburger Förde bietet jungen Menschen die Möglichkeit, in fremde Kulturen einzutauchen

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 17:56 Uhr

Sie kamen, ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können. Jetzt gehen sie – und machen dabei ganz locker Konversation. Mario, Annie und Daniel haben in zehn Monaten eine Menge gelernt. Nicht nur die Sprache, sondern viel über das Leben in diesem Land, das so viel kälter ist als ihre Heimat. Fußball-Fan Mario kommt aus Mexico: „Ganz klar, es ist zu kühl“, findet der 18-Jährige, „doch mein Traum ist es, hier eines Tages zu studieren.“

Die Grundlage dafür bietet der weltweite Jugendaustausch des Rotary Clubs Flensburger Förde, der Schülern schon seit etwa 20 Jahren geboten wird. „Wir leisten damit fernab aller kommerziellen Interessen einen Beitrag zur Völkerverständigung“, sagt der Jugenddienst-Beauftragte Michael Klinzmann, der die Aufenthalte koordiniert. Er hat die Erfahrung gemacht, dass die jungen Menschen sich in dem jeweiligen Jahr „als Person deutlich weiter entwickeln“.

Die Rotarier halten für ihre Gäste zusätzliche Deutschkurse bereit, in den Gastfamilien wird ohnehin Deutsch gesprochen, ebenso in den Sportvereinen, in denen sie trainieren. „Und so lerne ich jeden Tag dazu“, sagt Daniel aus Kolumbien (18). „Nach einem Vierteljahr konnte ich mich bereits gut verständigen.“

Das Trio erlebt nicht nur den Alltag in seinen Gastfamilien, sondern ist auch oft auf Reisen. Per Bus eine Woche quer durch Deutschland. Ein dreiwöchiger Trip durch Europa: Prag, Paris und Monaco, Amsterdam, Brüssel und London, die Philharmoniker in Wien, Audienz beim Papst in Rom. „100  000 Menschen auf dem Petersplatz – und ich mittendrin“, erzählt Annie aus Colorado Springs begeistert. Als das von der Schweizergarde begleitete Auto mit dem Papst vorbeiglitt, standen die Schüler ganz dicht davor, auch wenn sie von einer Berührung durch seine Heiligkeit nicht beglückt wurden. Abends dann ging es auf die Piste. Party pur in den Latino Bars, die Mario und Daniel schnell ausfindig gemacht hatten.

Während sich ihre Zeit dem Ende neigt, stehen die beiden 15-jährigen Flensburger Lorenz Kraft (nach Florida) und Jonas Rodewald (Mexico) kurz vor dem Aufbruch. Sie sind bei aller Vorfreude auch etwas aufgeregt. „Es ist schon komisch“, sagt Lorenz, „alles hier zurückzulassen, die ganzen Freunde.“ Und Weihnachten ohne die Familie.

Doch die Verbindung wird nicht abreißen. Über einen Video Blog (RYE Flensburger Förde) auf Youtube können Austauschschüler sowie Ehemalige über die Auswirkungen für ihre weitere Ausbildung, über Gefühle und Hoffnungen berichten. „Dieser Blog kann natürlich von Interessierten und Eltern mitverfolgt werden“, sagt Michael Klinzmann.

Mario Galindo ist etwas traurig, die Stadt nun bald verlassen zu müssen. Er geht zurück in die Drei-Millionen-Metropole Oaxata. „Aber ich komme wieder“, verspricht er, „Flensburg, meine Liebe!“


>Info: Michael Klinzmann, jugend@rcflf.de,

Telefon 0151-12052810

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