Volkspark Flensburg : Von der Wildnis zurück zum Park

Freier Blick auf einen alten Teich: Dieses Gewässer in der Nähe des Wasserturms war viele Jahre nicht zugänglich. Fotos: Pohl
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Freier Blick auf einen alten Teich: Dieses Gewässer in der Nähe des Wasserturms war viele Jahre nicht zugänglich. Fotos: Pohl

Im Volkspark zeigen erste Pflege- und Erneuerungsmaßnahmen des TBZ Wirkung / Politik entscheidet über Finanzierung weiterer Maßnahmen

shz.de von
19. August 2017, 16:35 Uhr

„Wir wollen die Parks wieder in Wert setzen“, sagt Helmut Trost. „Diese Werte sind verfallen.“ Wenn man etwas für die Parks tue, seien das Investitionen in die Infrastruktur: „Auch Grün ist Infrastruktur.“ Der SPD-Fraktionschef erläutert vor Ort, am neuen Aussichtspunkt in der Südwestecke des Volksparks, was er und andere Ratsmitglieder für den Volkspark, für den Landschaftspark Twedter Park und für den Museumsberg tun wollen.

Der Verschönerungsverein, der den neuen Aussichtsplatz initiiert und zum Teil auch finanziert hat, hat zu dieser Führung durch den Volkspark eingeladen. Und selbst alt eingesessene Flensburger entdecken auf dieser Tour neue Ecken, die sie noch nicht kannten. Und sie erfahren, was die Landschaftspfleger des Technischen Betriebszentrums schon gemacht haben und zu tun planen – wenn die Politik denn dafür die Mittel freigibt. Trost gelobt, sich dafür stark zu machen.

Der Volkspark ist trotz seiner relativ zentralen Lage in der Stadt vielen Menschen weitgehend unbekannt und nicht sehr stark frequentiert. Von Westen her ist er wegen des steilen Fördehangs und einiger Gewerbeflächen schwer und mühsam erreichbar. An der Ostseite ist er durch die Kleingärten von der Hauptverkehrsachse der Mürwiker Straße separiert. An vielen Stellen wachsen Wildpflanzen meterhoch, an vielen Stellen macht sich der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) breit. Ehemalige Frei- und Rasenflächen sind komplett verbuscht.

Ab 1920 in Zusammenhang mit dem Stadion angelegt, habe die Stadt in den 80er und 90er Jahren begonnen, die Pflege zu reduzieren, berichtet Friedrich Schreiber, Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Der Park verwilderte. Doch in den letzten zwei bis drei Jahren habe in der Politik ein Umdenken eingesetzt, so Trost. Das TBZ ist bereits aktiv geworden und hat unter anderem einen kleinen Teich in der Nähe des Wasserturms wieder zugänglich gemacht. Einige Flächen wurden dichtem Buschwerk befreit. Völlig zugewachsene Wege wurden freigeschnitten und wieder begehbar gemacht. Der Rhododendron-Teich in Hang-Nähe soll demnächst ausgebaggert werden, kündigte Barbara Hartten, Leiterin der Technischen Bereichs im TBZ, an.

An einem steilen Kerbtal hinunter zur Straße Kielseng wurde das Geländer einer kleinen Holzbrücke repariert. „Da geht es rüber in die sieben Berge“, weiß Schreiber zu berichten, der hier als Junge herumgetobt ist. Sieben Berge – so habe man früher einen abenteuerlichen Teil des Parks genannt.

An einigen Stellen hat man einen prächtigen Blick hinunter auf Stadt und Förde – zum Beispiel am „Sonnenwendplatz“ recht weit im Norden. An der Nordwestecke könnte man eine quasi historische Sichtachse auf Sonwik und die Marineschule wieder herstellen; dazu müssten allerdings einige Bäume entfernt werden. Der Verschönerungsverein denkt daran, hier gestaltend aktiv zu werden. Eine Teilnehmerin der Führung regt an, den Park für Ortsfremde besser auszuschildern; dann wäre er auch eine Bereicherung für Touristen.

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