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Neuer Pastor an St. Nikolai : Von den Alpen an die Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Marcus Friedrich war zuvor sieben Jahre lang in Bozen

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 07:38 Uhr

„So etwas wie St. Nikolai bekommt man nicht alle Tage“, sagt Marcus Friedrich. Er ist der neue Pastor an der Hauptkirche am Südermarkt, der Einführungsgottesdienst ist am kommenden Sonntag. Doch Friedrich musste für diese Stelle eine andere aufgeben, die man auch nicht alle Tage im Angebot hat: Sieben Jahre lang war er Pastor an der evangelischen Kirche in Bozen, der Hauptstadt Südtirols. Dort soll es heute 25 Grad warm werden.

Und dort liegt die Kirche in einem Villenviertel. In Flensburg ist er jetzt Pastor einer dynamischen Innenstadt-Gemeinde mit einer offenen Kirche, sehr engagierten Ehrenamtlichen und einem Pastorat an einem belebten Stadtplatz. Friedrich ist mit Familie – Frau und zwei Jungs im Alter von zwölf und 17 Jahren – ins Pastorat Südermarkt 16 gezogen. Erste Begegnungen mit Menschen, die sich hier tagsüber zum Trinken und Reden treffen, hatte er bereits – auch unerfreuliche. Er sei nach den Jahren in Italien erstaunt, so Friedrich, wie selbstverständlich in Deutschland öffentlich Alkohol konsumiert werde.

Marcus Friedrich, 49, freut sich auf die Arbeit an St. Nikolai und will sich an möglichen Neu- und Umplanungen des Südermarktes aktiv beteiligen. „Ich bin ein begeisterter Netzwerker“, sagt er über sich. Er wünsche sich, dass der Platz so gestaltet werde, dass alle ihren Platz haben.

Der Neue kennt den Norden. Der gebürtige Hesse hat sein Vikariat in Kappeln absolviert, machte eine zweimonatige Wintervertretung auf Amrum und war sieben Jahre Pastor in Leck, bevor er in den Süden wechselte. Die Nähe zum Meer – das sei ein starkes Argument für Flensburg gewesen. Mit seinem Faible für Holzboote habe er sich dem Verein Klassische Yachten angeschlossen. „Ich weiß, sie kommen zurück in den Norden“, hatte Friedrichs Mutter bei seiner Verabschiedung aus Leck im Jahr 2010 gesagt. Nun sind sie wieder da.

Doch Marcus Friedrich hat auch ganz konkrete Erwartungen an die eigentliche Tätigkeit als Pastor. „Es gibt an St. Nikolai eine sehr kultivierte Form der Gottesdienst-Gestaltung“, sagt er. Es gebe starke liturgische Anteile, es gebe mit Michael Mages einen starken Vertreter der Kirchenmusik. In seiner Promotion hat er sich mit dem Beitrag von Schauspieltheorien und -techniken für die Gottesdienstgestaltung beschäftigt. „Gottesdienst ist darstellendes Handeln im Ritual“, betont er. Gottesdienst dürfe durchaus unterhaltend sein. Schon in den 80er Jahren habe sich die evangelische Kirche von Strenge und Disziplinierung im Gottesdienst verabschiedet. „Heute können wir frei mit dem Formenrepertoire spielen.“ 2010 hatte Friedrich bei seiner Verabschiedung in Leck die Kirche am Ende barfuß verlassen – als Zeichen der Demut vor der Gemeinde. Einführungsgottesdienst: 17. September
14 Uhr St. Nikolai mit Pröpstin Carmen Rahlf

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