zur Navigation springen

Angehende Lehrerin auf Reisen : Von Australien nach Grönland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verena Pflanz lebt und arbeitet in Flensburg, studiert in Dänemark und macht Praktika in den entferntesten Gegenden der Welt.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 18:36 Uhr

Flensburg | Strom und Internet soll es an ihrer Schule in Sarfannguaq geben. Immerhin, denn selbstverständlich soll das auf Grönland nicht sein, zumal in einem solch kleinen Dorf mit 116 Einwohnern. Dies hat die angehende Lehrerin Verena Pflanz zu den Lebensbedingungen in ihrem vorübergehenden Einsatzgebiet schon mal in Erfahrung gebracht. Und auch, dass die Menschen in Sarfannguaq von der Fischerei leben.

Anfang Dezember wird es ein nächstes Info-Treffen an ihrer Uni UC Syd in Hadersleben geben, bei dem sie weitere Einzelheiten erfährt. Zum Beispiel, wie sie leben wird auf der kleinen Insel Grönlands. Verena Pflanz ist 25 Jahre alt und studiert Englisch und Deutsch als Fremdsprache sowie Hauswirtschaft auf Lehramt in Hadersleben. Bestandteil des Studiums sind regelmäßige Praktika. Ursprünglich hatte sie vor, das nächste in Berlin zu verbringen an der Deutsch-Skandinavischen Schule. Doch dann teilte ihre dänische Hochschule mit, dass auf Grönland noch sechs Plätze frei seien für künftige Lehrer. Diese Aussicht ließ das Abenteurer-Herz der Flensburgerin höher schlagen, und sie tippte ihre Bewerbung schnell ins Mobiltelefon, erzählt sie.

Vermutlich spätestens im Alter von zehn Jahren muss sie mit Fernweh infiziert worden sein. Da nahmen ihre Eltern sie und ihre Schwester für zwei Monate aus der Schule heraus und bereisten im Wohnmobil den australischen Kontinent von Darwin über Uluru (Alice Springs) nach Cairns. „Ich habe nicht so viele Erinnerungen an meine Kindheit, aber darüber weiß ich noch ganz viel“, sagt die junge Frau, die 2010 für sieben Monate in Australien als Au pair arbeitete und reiste. Aktuell hat sie sich für ein Jahr als „Teaching Assistent“ auf dem Kontinent beworben. Im Januar erfährt sie, ob sie das Jahr 2017 erneut Down Under verbringen wird.

Zurück nach Grönland: Gemeinsam mit einem Kommilitonen wurde sie zum Gespräch eingeladen, und man habe den beiden Studenten drei Einsatz-Orte zur Wahl gestellt – „einen davon ohne fließend Wasser“, erinnert sich Verena Pflanz und entschied, „wenn schon, dann ’all in’“. Sie werde Kinder unterrichten, aber auch projektartig junge Erwachsene. Die Schule sei in dem Fischerdorf das Zentrum des Ortes. Der liege übrigens am Arctic Circle Trail, einem Fernwanderweg an der Westküste Grönlands, weiß die Studentin. „Die Dunkelheit wird eine Herausforderung“, ahnt sie, scheint sich jedoch durch nichts entmutigen zu lassen. Gerade Dunkelheit sei ein Grund, warum auf Grönland Alkohol und sexueller Missbrauch gesellschaftliche Probleme darstellten.

Peu à peu trudeln Tipps per Mail für den Alltag nördlich des Polarkreises ein. Bei bis zu minus 30 Grad Celsius wärmt Echtfell am besten, und Wäsche trocknet man, indem man sie nass aufhängt, gefrieren lässt und dann ausschüttelt.

Nach ihrem Bachelor-Abschluss, den sie im Sommer zu erwerben hofft, steht ein weiteres Praktikum an, das die Flensburgerin – wen wundert’s – auf Achse verbringt. Sie werde zwei Monate lang für einen Reiseveranstalter tätig sein und eine Reise von der Türkei bis in den Iran begleiten. Und wie passt all das mit ihrem künftigen Beruf zusammen? „Ich habe Lust darauf, Lehrerin zu sein, aber ich möchte auch immer reisen“, erklärt Verena Pflanz und träumt vom Konzept einer „mobilen Schule“. Schließlich gebe es „so wenige internationale Schulen“, sagt sie. Reisen bildet schließlich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen