Kindernamen in Flensburg : Von Abigail bis Zygmunt

3230 Gramm Glück: Sabrina Paulsen hat Lennox Louis am 3. Januar zur Welt gebracht.
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3230 Gramm Glück: Sabrina Paulsen hat Lennox Louis am 3. Januar zur Welt gebracht.

Im Jahr 2017 sind 1979 Kinder in der Diako Flensburg zur Welt gekommen – Eltern sind kreativ bei der Namensfindung

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05. Januar 2018, 06:38 Uhr

Flensburg hat eine Queen! Das Mädchen mit dem majestätischen Vornamen ist in der aktuellen Statistik des Standesamts Flensburg mit Erstnamen aufgeführt. 870 Kinder wurden im Jahr 2017 in Flensburg geboren und sind auch hier gemeldet. Die Zahl ist damit im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas gesunken (2015: 892; 2016: 928). Zugleich steigt seit 2015 die Zahl der Sprösslinge von ausländischen Müttern beziehungsweise hält sich auf einem hohen Niveau (2015: 69; 2016: 152; 2017: 151).

Die Zahl der Kinder indes, die in Flensburg zur Welt kommen und die nicht hier gemeldet sind, ist wesentlich höher. Denn immer mehr Schwangere kommen seit der Schließung der Geburtshilfen auf Sylt und Föhr von den Nordseeinseln und der Westküste zur Entbindung an die Diako. Dr. Horst Ostertag, der seit 2004 für die Geburtshilfe der Diako zuständig ist, berichtet von einer jährlichen Steigerung der Geburtenzahlen seither. Während 2010 hier 1157 Kinder auf die Welt kamen, waren es im Vorjahr 1979 (im Jahr 2016: 1970; 2015: 1790; 2014: 1590).

Der erste große Sprung auf 1569 Neugeborene in der Diako war im Jahr 2012 und ist damit zu erklären, dass die Geburtsabteilung der Förde-Klinik am 1. Mai 2012 geschlossen wurde. 2010 wurden in Mürwik 497 Kinder geboren, im Jahr darauf 389 und bis Ende April 2012 noch 89.

Die Diako hat sich auf die hohe Nachfrage eingestellt und erst kürzlich einen fünften Kreißsaal mit Lichtshow – gern gesteuert von den Vätern, gab die leitende Hebamme Anke Jürgensen zu Protokoll – und Bluetooth-Lautsprecher eingeweiht. Auch ein weiteres Wehenzimmer entzerrt die Situation. Außerdem meldete die Diako jüngst, dass ein zweites Boarding-Haus für Schwangere und Familien entstehe – Investition: 2,2 Millionen Euro.

Mit jährlich inzwischen fast 2000 Geburten gehört die Flensburger Entbindungsklinik neben dem Städtischen Krankenhaus Kiel zu den zwei größten des Landes. Zudem bietet die Diako mit dem „Perinatalzentrum“ (Level 1) die höchste Versorgungsstufe an.

Bis gestern Nachmittag gab es in diesem jungen Jahr bereits 23 Geburten und 24 Kinder, sagt Alida Ziemer, stellvertretende Leiterin des Kreißsaals. Zum Team zählen 27 Hebammen und drei medizinische Fachangestellte.

Das erste Flensburger Kind des Jahres 2018 war ein Mädchen. Es kam am Neujahrstag um 2.32 Uhr in der Diako zur Welt. Fotomodell Lennox Louis Paulsen, der am 3. Januar um 21.46 Uhr das Licht des Kreißsaals erblickte, war schon Nummer 19 und ist das erste Kind von Sabrina und Kurt Paulsen aus Bredstedt. Seinen ersten Namen verdankt er seinem Vater, erzählt die 32-Jährige, der für den britischen Boxer Lennox Lewis schwärmt. Seinen zweiten Namen habe sie selbst ausgewählt. „Louis passte gut dazu.“

Mit Astrid Lindgren fährt man gut, sagt Stadtsprecher Clemens Teschendorf mit Blick auf die Vornamenstatistik 2017. Spitzenreiter sind Lina und Jonas – beide Figuren der schwedischen Autorin. Die Vorjahressiegerin Sophie steht jetzt auf Platz neun, der Vorjahressieger Elias nun auf Rang fünf. Eltern sind findig bei der Namensfindung – von kurios, exotisch bis traditionell ist alles dabei. Drei Jungs wurden Otto genannt, Hanna und Greta spielen ganz oben mit. Auch Ohlsen heißt ein Junge, ein anderer Aurel und einer Sheriff, ein Mädchen trägt den Namen Yoko. 753 Mal wurde ein zweiter Vorname gegeben, darunter Amsterdam, Gottlieb und Zygmunt (Jungen). Bei den dritten Vornamen (61 mal) wurden die Eltern besonders mutig mit Erich und Heinz, aber auch Abigail, Rosengreen und Alstar (zwei Jungen).

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