zur Navigation springen

Flensburger Sänger : Vom Liebes-Leid zum Lieblings-Lied

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Supertalent-Teilnehmer Mike Kazmaier bringt eine neue Single heraus

Eigentlich sollte der humorvolle Rock-Pop-Song „Du bist was Besonderes“ seine erste Single werden. Aber dann wurde Mike Kazmaier bei der Castingshow „Das Supertalent“ als „Schmusesänger“ abgestempelt und sang seither nur noch Balladen. „Dieter Bohlen und der Rest der Jury wollten unbedingt, dass ich etwas Gefühlvolles singe“, erzählt der Flensburger Sänger. Er schaffte es bis ins Viertelfinale der Fernsehshow – aber dann war Schluss. „Ich durfte nur noch diese Balladen-Schiene fahren. Nicht dass ich mit der Musik ein Problem hätte, aber die Redaktion hat mir keine Luft mehr nach unten oder oben gelassen.“

Mike Kazmaier schied aus dem „Supertalent“ aus; trotzdem war die Show ein Sprungbrett für die Karriere des heute 26-Jährigen. „Direkt nachdem mein Auftritt ausgestrahlt worden war, explodierte mein Facebook-Profil. Nach zwei Sekunden waren da plötzlich 2000 oder 3000 Nachrichten.“ Darunter auch das Angebot eines Managers und Musikproduzenten aus der Nähe von Göttingen, bei dem Kazmaier seitdem unter Vertrag steht. Aber aus der Nummer des Schmusesängers kam Kazmaier nicht mehr raus. Die erste Single, „Alles gut“, war wieder eine Ballade. „Mein Manager meinte, man würde mich sonst nicht wiedererkennen.“

Seit der Veröffentlichung ist ein halbes Jahr vergangen. Jetzt hatte Kazmaier endlich die Chance, sein Wunsch-Lied zu veröffentlichen. Den Song „Du bist was Besonderes“ hat der Flensburger schon vor vier Jahren geschrieben, und er hat eine ganz besondere Geschichte: „Ich habe damals eine Frau kennen gelernt – und ich sage es gleich: Es hat nicht geklappt.“ Woran das lag, ist ihm erst aufgefallen, nachdem er die alten SMS gelesen hatte, die die beiden sich geschrieben hatten. „Danach lag ich vor Lachen unterm Tisch, denn mir war plötzlich klar, dass ich sie zu Tode genervt hatte – und das einfach nicht begreifen wollte.“

Um die Situation zu bereinigen, schrieb Kazmaier kurzerhand einen Song darüber – aus den SMS, die er seiner Angebeteten geschrieben hatte: „Wie geht’s, was machst du heute, kommst du heute zu mir? – den Rest habe ich dann dazugedichtet, um das ganze auf die Spitze zu treiben: Ich kauf dir Schmuck, male ein Bild von dir.“ Bei einem Freund entstand innerhalb einer Stunde die Musik dazu, Bass, Gitarre und Schlagzeug spielte der vielseitige Musiker gleich selber ein. Das fertige Band landete dann im Briefkasten der jungen Frau. „Ich wollte ihr einfach sagen, dass es okay ist und dass ich ihr nicht böse bin, dass sie mich nicht wollte“, erklärt Kazmaier. Den Song habe er eigentlich überhaupt nicht gemocht, „aber am selben Abend rief sie an und sagte, das sei das Beste, das sie jemals von mir gehört habe“. Auch von Freunden kamen immer mehr positive Rückmeldungen und irgendwann, auf einer Party, wurde es Kazmaier auch selber klar, „dass das echt gut war, was wir da gemacht hatten.“

Jetzt soll das Werk also auch die Öffentlichkeit hören. Dafür ist es neu eingespielt und professionell gemischt worden. Außerdem hat Kazmaier mit seiner Band ein Musikvideo gedreht. Wegen des Werbeeffekts hat Jennifer Frankhauser, die Schwester von Daniela Katzenberger, die weibliche Hauptrolle übernommen. Im Video springt Mike die Treppen eines Amphitheaters herunter, schwärmt eine Schaufensterpuppe an und schwimmt sogar mit seiner E-Gitarre in einem See. „Das war eigentlich eher ein Scherz vom Videoproduzenten.“

Ab sofort ist das Video auf dem Internetportal Clipfish.de zu sehen, den Song kann man bei Itunes, Amazon oder im Playstore auf dem Handy kaufen. Was erhofft sich Mike Kazmaier davon? „Ich glaube, der Song geht ins Ohr, jeder kann sich damit identifizieren – und er ist absolut radiotauglich.“ Deshalb hat der Musiker den Song bereits an die Radiosender im Norden geschickt, in der Hoffnung, dass die ihn spielen – „zumindest im Abendprogramm, wenn neue Künstler vorgestellt werden.“

Letztlich sei der neue Song für ihn so etwas wie eine Visitenkarte, ein Weg, um mehr Auftritte zu bekommen. In diesem Sommer ist Kazmaier schon oft aufgetreten, unter anderem in Braunschweig, Kiel und Hamburg und auch mit der Band „Glasperlenspiel“ bei den Nautics in Flensburg. Aber meist war das nur in kleineren Lokalitäten – wirklich Geld verdienen kann Kazmaier damit noch nicht. „Ich bin Realist. Natürlich könnte ich jetzt einfach mit meiner Gitarre losziehen und davon irgendwie leben, aber der Erfolg kann jederzeit vorbeigehen.“ Deshalb baut er sich ein zweites Standbein auf, macht sein Abitur nach und will Musik und Deutsch auf Lehramt studieren. „Ich würde gerne über das Lehramt in die Musiktherapie gehen. Ich mache schon jetzt oft Musik mit Kindern und merke, wie gut ihnen das tut.“ Aber natürlich würde Kazmaier am liebsten von seiner Musik leben. In Flensburg kann man ihn auch live erleben, das nächste Mal am 17. Oktober im Irish Pub.

 

zur Startseite

von
erstellt am 27.Sep.2014 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen