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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 03:16 Uhr

Vom Laien zum Verkaufsprofi

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeitsagentur, Jobcenter, IHK, Wirtschaftskammer und Handwerkskammer bieten ab September eine Schulung im Einzelhandel an

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 12:32 Uhr

Er ist der Motor des Arbeitsmarktes in der Region: der Einzelhandel. „Jeder siebte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Flensburg und Umgebung arbeitet in der Branche“, berichtet Detlef Hansen, Leiter der Flensburger Wirtschaftsakademie. Das ist Spitzenwert.

Doch auf diesem Ergebnis wollen sich Wirtschaftsakademie, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (IHK) nicht ausruhen – und setzen auf gut geschulte Verkäufer. Von denen gibt es in der Region offenbar deutlich zu wenig. Daher bietet das Quintett ab September ein Qualifizierungs-Programm im Einzelhandel an. An dessen Ende sollen Verkaufshilfen eine Prüfung zum Fachverkäufer im Einzelhandel oder Einzelhandelskaufmann ablegen können.

Die Schulung in Form von theoretischem Unterricht und Praktika dauert 21 Monate für Vollzeit-Absolventen (40 Wochenstunden) und zehn Monate länger für Teilzeit-Teilnehmer (27,5 Wochenstunden). „Der Aufbau der Qualifizierung ist deshalb sehr gut für Wiedereinsteiger geeignet, etwa wenn sie nach der Elternzeit in den Job zurückkehren“, sagt Annegret Herzfeldt von der Arbeitsagentur. Derzeit seien im Flensburger Stadtgebiet 50 Stellen im Einzelhandel unbesetzt.

Wichtiger Bestandteil bei der Arbeit dort ist die Beratung. Daher steht für die Schulungs-Teilnehmer zunächst das Modul „Kundenorientierte Verkaufsgespräche“ auf dem Stundenplan. Es ist für ein halbes Jahr ausgelegt. „Wir hoffen, dass die Teilnehmer danach über ihr Praktikum schon eine Stelle gefunden haben und die Schulung in Teilzeit fortsetzen können“, sagt Heike Döpke, Leiterin der Flensburger Arbeitsagentur.

Um dies zu erreichen, geht die Arbeitsagentur einen Schritt auf die Betriebe zu. „Wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für die Schulung freistellen, übernehmen wir einen Teil des Lohns“, erläutert Ralf Gebhardt von der Arbeitsagentur. Das gilt auch für Beschäftigte, die schon zu Beginn der Schulung eine Arbeitsstelle haben. Arbeitslosen werde „unter bestimmten Voraussetzungen“ weiterhin Arbeitslosengeld gezahlt. Einzelheiten sind mit Arbeitsagentur bzw. Jobcenter zu klären. „Zusätzlich übernehmen wir bis zu 130 Euro monatlich für eine Kinderbetreuung“, ergänzt Björn Geertz von der Handwerkskammer. Trotz aller finanziellen Unterstützung bleibe die Schulung kostenlos.

Mit dieser solle jedoch keineswegs eine Ausbildung ersetzt werden, betont Döpke, auch wenn sich die Teilnehmer im besten Fall anschließend Fachverkäufer oder Einzelhandelskaufmann nennen dürfen. Bis es soweit ist, müssen die Teilnehmer vier Module erfolgreich absolvieren. „Ein jedes endet mit einem Abschlusstest, für den es ein Zertifikat gibt“, sagt Geertz. Bei der Handelskammer und in den Räumen der Wirtschaftskammer findet der Theorieunterricht statt. Der beginnt voraussichtlich jeweils um 8 Uhr. „Für die Teilzeit-Teilnehmer ist mittags Schluss, für die übrigen gegen 15 Uhr.“

Um Arbeitgeber über das Schulungsprogramm zu informieren, bietet die Flensburger Arbeitsagentur am Mittwoch, 9. April, mit Beginn um 16 Uhr eine Veranstaltung in ihren Räumen an. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 0461/819302 oder per Mail an flensburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de. Für Arbeitnehmer - ob arbeitslos oder in Beschäftigung - gibt es Informationen bei der Flensburger Arbeitsagentur unter Telefon 0800/4555500 (kostenlos), im Jobcenter unter 0461/819700, bei der Handwerkskammer unter 0461/866159 und in der Wirtschaftsakademie unter 0461/503390.

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