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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 01:43 Uhr

Vom Alten Gymnasium an die Neuköllner Oper

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Buten-Flensburger ist in Berlin und in der deutschen Bühnenwelt als Autor und Regisseur erfolgreich

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 12:34 Uhr

Peter Lund hatte schon immer ein Faible für die Bühne: „Die anderen gingen zum Fußball, ich rannte ins Theater“, erinnert sich der 50-Jährige, der an der Universität der Künste in Berlin den Musical-Studiengang leitet und sich jetzt am Alten Gymnasium das neue Schüler-Musical „Schwestern im Geiste“ angeschaut hat. Der Grund: Es ist von ihm.

Doch das ist nicht der einzige Grund: Peter Lund war selbst Schüler am Alten Gym, hat direkt gegenüber am Nordergraben gewohnt; sein Vater war der stadtbekannte Tierarzt Klais Lund. Von dort waren es nur ein paar Schritte bis zum Stadttheater. Und während seine Altersgenossen Rock und Pop hörten, entwickelte der junge Peter eine für pubertierende Teenager ungewöhnliche Leidenschaft: Er schaute und hörte sich Operetten an, hin und wieder auch Musicals.

Doch dank dieser Leidenschaft hat es der Buten-Flensburger in Berlin zu einer Karriere in der Opernszene gebracht. Er hat etliche Bühnenstücke geschrieben, die bis heute bundesweit immer wieder gespielt werden – auch in Flensburg, „ohne dass jemand weiß, dass der Autor von hier stammt“, schmunzelt Peter Lund.

Bevor er Professor an der UdK wurde, gehörte er acht Jahre zur Leitung der Neuköllner Oper, die in Berlin Kult ist. Hier wird große Opernliteratur gegen den Strich gebürstet, hier werden jedoch vor allem neue, eigene Stücke gespielt. Rund fünf Uraufführungen stehen jedes Jahr auf dem Spielplan, darunter waren und sind auch etliche aus der Feder von Peter Lund.

Früher spielte die Neuköllner Oper überall da, wo man spielen konnte; erst spät fand sie in einem ehemaligen Ballsaal mit 200 Plätzen eine feste Spielstätte. Mittlerweile gilt sie als viertes Berliner Opernhaus und bekommt eine jährliche Förderung vom Senat.

Auch das Stück, das jetzt am Alten Gymnasium läuft, wurde vor gar nicht so langer Zeit an der Neuköllner Oper uraufgeführt. Nach seinem Wechsel an die UdK etablierte Lund eine feste Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen. Jeder Jahrgang im Musical-Studiengang führt zum Ende des Schuljahres ein eigenes Stück auf. Das war 2014 „Schwestern im Geist“ über die drei Brontë-Schwestern im England des 19. Jahrhunderts. Klar, dass Peter Lund es sich nicht nehmen lassen wollte, sein eigenes Stück an seiner eigenen Schule zu sehen.

Die Schüler-Musicals, die am Alten Gym unter Martin Grosser zu einem Aushängeschild wurden, gab es noch nicht, als Peter Lund die Schule besuchte. „Ich hatte natürlich Musikunterricht bei Hans Letschert, war aber instrumental keine große Leuchte“, wie er freimütig zugibt. Stattdessen gründete er eine Marionettengruppe, die rund zehn Jahre existierte: „Das war toll!“

Nach dem Abitur nahm er zunächst ein Architektur-Studium auf. Doch die Bühnen-Leidenschaft blieb. Er jobbte als Statist und gewann so gute Einblicke in die Welt der Oper. Schon bald saß er auf dem Regiestuhl und inszenierte sein erstes Bühnenstück. „Dass wir damals Operette gemacht haben, war schon ziemlich durchgeknallt“, grinst er. Mittlerweile hat er unter anderem in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Hannover, Basel, Innsbruck und Wien inszeniert. Stücke wie „Das Wunder von Neukölln“ und „Die Krötzkes kommen!“ sind an der Spree eine feste Größe. „Hexe Hilary geht in die Oper“ ist eines der erfolgreichsten Stücke der letzten Jahre im Bereich Kinder-Musiktheater. Am Schleswig-Holsteinischen Landestheater lief vor kurzem sein Stück „Elternabend“.

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