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Nacht der Museen in Flensburg : Vom Ablasshandel bis Afrika

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vielfältiges Programm für alle und alle Sinne in der langen Nacht der Museen am 7. Oktober

Diese Nacht ist nichts für Entscheidungsschwache. Für jeden soll etwas dabei sein, deshalb laufen viele Angebote parallel, erklärt Michael Fuhr, Museumsberg-Direktor. Die „Lange Nacht der Museen“, zum zweiten Mal in Flensburg, habe etwas „Urbanes“, findet Bürgermeister Henning Brüggemann und verspricht, sie werde „Spaß machen“. Dafür sorgen die vielen konventionellen und unkonventionellen Ideen der städtischen Museen – Museumsberg, Naturwissenschaftliches Museum und Schifffahrtsmuseum –, die am 7. Oktober ab 18.15 oder 18.30 Uhr zunächst geschmeidig mit verschiedenen Kurzführungen loslegen.

Aber dann! Im Schifffahrtsmuseum fängt um 19 Uhr das erste Rum-Tasting an. Parallel dazu beginnt ein Vortrag mit dem Thema „Afrika begegnet Deutschland“. Afrika sei wieder Schwerpunkt, erklärt Susanne Grigull, Chefin des Schifffahrtsmuseums. Wer seine Nachtfahrt mit dem Simulator in der Technikhalle also hinter sich gebracht hat, kann spätestens ab 21.30 Uhr abwechselnd alle halbe Stunde die Afro-Beat-Party mitfeiern oder sich zur Djembé-Percussion-Musik der Band „Bufadrama“ bewegen. Sie hätte nicht zu hoffen gewagt, erinnert sich Grigull, dass bei der ersten Museumsnacht vor zwei Jahren so viele junge Besucher sich eigenständig die Ausstellung ansahen.

Insbesondere ein jüngeres Publikum spricht auch der Poetry Slam an, den mit Björn Högsdal der prominenteste Vertreter dieses Formats anführt – um 19 Uhr in der Aula des Christiansen-Hauses. Das Thema der Spontan-Poeten heißt „Das glaubst Du doch selbst nicht“, sagt Michael Fuhr und nennt zudem die Konzerte mit Harfe und Viola da Gamba, die mit Kerzenlicht in Barock und Rokoko versetzen.

Highlight im Eiszeit-Haus könnte der Workshop zur Sternenbeobachtung werden. Und in der Reihe der kuriosen Einfälle liegt der Fruitimat ganz vorn (im Café des Christiansen-Hauses), in den man ein Wunsch-Wort einwirft und das kurz darauf als Zeichnung zurückkommt. Auch der Mönch, der auf dem Museumsberg unterwegs sein wird und Ablassbriefe verkauft, ist schräg, und zwei junge Damen in Renaissance-Kostümen sind Luther-fest, was Zitate des Reformators betrifft.

Weil die Nacht eine für alle Sinne ist, gibt es afrikanische Spezialitäten und Cocktails. Der Eintritt sei fast geschenkt, sagt Michael Fuhr: Das reguläre Ticket kostet 12 Euro (ermäßigt 6); der Shuttle-Bus fährt kostenlos. Ab 23 Uhr geleitet Nachtwächter Henrik Vestergaard die Nachtschwärmer zur Afro-Party ins Schifffahrtsmuseum – nicht ohne am Nordermarkt mit einer gepfefferten Rede den Dreizack-Dieb anzuprangern.

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