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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 14:09 Uhr

Wanderup : Volle Gassen im Weihnachtsdorf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr als 20.000 Besucher ließen sich in Wanderup in Adventsstimmung bringen. Viele große und kleine Spenden kamen für die Kinderhospizdienste in Schleswig-Holstein zusammen.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 06:58 Uhr

„Weihnachten ist, wenn das Weihnachtsdorf öffnet.“ Damit drückt Thomas Schwedhelm, Geschäftsführer des Flensburger Katharinen Hospiz, das aus, was vielen der mehr als 20.000 Besuchern am Wochenende in Wanderup aus den Gesichtern abzulesen war. Lachen und Lächeln überall, entspannte Klönschnacks bei Fliederbeer-Punsch oder heißer Schokolade in alten großen Scheunen oder kleinen Garagen, die viele Wanderuper im Dorfkern für Besucher aus dem ganzen Land öffneten. Offene Herzlichkeit, Platz zum entspannten Schlendern, Stöbern oder Kaufen von besonderem Kunsthandwerk, liebevoll gestrickten Strümpfen oder anderen Basteleien und Handarbeiten, wie zum Beispiel die der Mürwiker Werkstätten in der Sternberg-Scheune.

„Wir sind eine große Bürgerinitiative, die für und nicht gegen etwas eintritt. Wir wollen Menschen zusammenführen, Freude schenken und Spenden sammeln für Kinder, denen es nicht so gut geht wie uns“, sagte gestern ein restlos zufriedener Walter Both, Vorsitzender der Weihnachtsdorf-Vereins. Viele tausend Euro – die genaue Summe wird noch ausgezählt – wurden erneut für die Kinderhospizdienste im Land gesammelt. Bei einem so schönen Zweck hatte auch der Wettergott ein Einsehen. Am Freitag riss nach vielen Stunden Regen pünktlich zur abendlichen Eröffnung der Himmel auf, das Wochenende blieb trocken, selbst die Sonne zeigte sich. Zur Kaffeezeit stockte der Verkehr nach Wanderup über mehrere Kilometer.

Doris Müller sang zur Eröffnung mit Kindern und musikalisch umrahmt von dem Trompetenspiel von Marquardt Petersen das neue Weihnachtsdorf-Lied, das selbst bei den ganz warm Angezogenen Gänsehaut verursachte: „Will ein Kind ein Engel sein, wolln' wir es begleiten.“ Das soll heißen, Mädchen und Jungen, die sterben müssen, wollen die Wanderuper nicht allein lassen. Jeder verbleibende Tag soll möglichst viel Freude bringen. „Ein das machen wir später, gilt dann nicht mehr, es zählt nur noch das Jetzt“, sagte Doris Müller. Beeindruckt von den Worten und der Vorführung vor schon mehr als 1000 Gästen auf dem Dörpsplatz, zeigten sich auch Hans Dethleffsen, Vorsitzender der Fördervereins des Katharinen Hospiz, und Lars Kaufmann, Rückraumspieler der SG Flensburg-Handewitt. „Wenn man das hört, wird einem bewusst, dass es ein großes Geschenk ist, wenn das eigene Kind gesund ist“, sagte der Vater einer kleinen Tochter, der viele Autogramm- und Fotowünsche erfüllte. Beim Spiel der SG gegen Kiel gaben Engel des Weihnachtsdorfs bereits mehr als 2200 kleine Wichtel für eine Spende von je einem Euro ab. 2013 Euro beträgt die Spende, die Sönke Petersen im Namen von Günther Fielmann überreichte, der das Weihnachtsdorf seit Jahren auf vielfältige Weise unterstützt. Die „Wacken Firefighters“ waren vom Bürgerengagement und dem karitativen Sinn so beeindruckt, dass sie spontan einen Teil ihrer Gage spendeten.

Sich vom Schicksal todkranker Kinder berühren lassen und gleichzeitig den Advent unbeschwert genießen – der Wanderuper Weihnachtszauber machte dies für drei Tage möglich. Es wurde fleißig gespendet, gesungen, geschunkelt und getanzt. Wie zu den Auftritten der Coverband „sevenMinds“, des Wanderuper Gospelchors, der Tarper Treeneschipper, dem Jugendchor für Pop und Gospel oder der Fördemöwen. Gestaunt wurde bei den Feuershows der Fire-Devils, den Vorführungen der Wikinger oder den Aktionen rund um das Heimatmuseum, die besonders den Kindern gewidmet waren. Diese schauten auch mit großen Augen ihren roten Luftballons hinterher, die sie mit Wünschen vom Team-Baucenter an den Weihnachtsmann abschicken konnten. Alle Aktionen waren kostenlos. „Ganz bewusst wollen wir besonders Familien schöne Erlebnisse bieten, die den Geldbeutel nicht belasten“, sagt Mit-Organisatorin Maiken Johannsen vom Weihnachtsdorfverein.

„Aus Wanderup nimmt man mehr mit als die schönen Dinge, die man hier finden kann, nämlich Ruhe und echte Weihnachtsstimmung“, sagte Familie Schmidt aus Rendsburg, die zu Gunsten der Hospizarbeit auch kräftig wichtelte. Auf das, was das komplett ehrenamtlich getragene Weihnachtsdorf bei vielen Menschen auslöst, dürfen die Wanderuper zu Recht stolz sein. Nach den Abbauarbeiten können sie ihr festlich geschmücktes Dorf nun in Ruhe für sich genießen.

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