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Ausbreitung von Virus-Erreger H5N8 in SH : Vogelgrippe erreicht Nordfriesland - auch tote Wildvögel in Flensburg gefunden

vom

Bei einer Gans in Aventoft wurde das Virus nachgewiesen. Bei zwei toten Möwen in Flensburg besteht der Verdacht.

Flensburg | Die Vogelgrippe hat auch Nordfriesland erreicht. Erstmals sei dort bei einem Wildvogel der derzeit europaweit kursierende hochansteckende H5N8-Erreger festgestellt worden, teilte das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Landwirtschaftsministerium am Sonntag in Kiel mit. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe die Variante bei einer Nonnengans nachgewiesen. Das verendete Tier war in Aventoft an der deutsch-dänischen Grenze gefunden worden. Die zuständige Behörde in Dänemark sei informiert worden, hieß es.

Der Kreis richtete einen Sperrbezirk in einem Umkreis von drei Kilometern um den Fundort sowie ein Beobachtungsgebiet von weiteren sieben Kilometern ein. Dort gelten unter anderem Beschränkungen für den Geflügelhandel. „Damit sind alle Kreisgebiete und kreisfreien Städte im Land von solchen Restriktionsgebieten (Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten) durch Geflügelpestnachweise bei Wildvögeln oder Hausgeflügel betroffen“, erklärte das Ministerium.

Der Kreis Nordfriesland teilte am Sonntag mit, die Bestände im Sperrbezirk müssten regelmäßig untersucht werden. „Zudem gelten strenge Biosicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die Hygiene im Stall und außerhalb“, hieß es. „Auch wenn es umständlich ist: Die bekannten Regeln für Reinigung und Desinfektion müssen jetzt peinlich genau befolgt werden.“ Zudem dürfen Hunde- und Katzenbesitzer ihre Tiere in den betroffenen Gebieten nicht mehr frei laufen lassen.

Möglicherweise gibt es auch neue Fälle von Vogelgrippe in Flensburg. Am Sonnabend wurden tote Wildvögel gefunden. Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadt bargen die Kadaver.

Gleich mehrere Wildvögel wurden von Passanten und Anwohnern im Stadtteil Sonwik in Flensburg entdeckt. Die Rettungsleitstelle in Harrislee alarmierte den Bereitschaftsdienst des Technischen Betriebszentrums der Stadt, Mitarbeiter die Berufsfeuerwehr leisteten bei der Bergung der Seevögel Unterstützungsarbeit.

<p>Von einem Schlauchboot aus sammelten Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums eine tote Möwe ein, die im Sportboothafen Sonwik in der Förde trieb.</p>

Von einem Schlauchboot aus sammelten Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums eine tote Möwe ein, die im Sportboothafen Sonwik in der Förde trieb.

Foto: Karsten Sörensen

Eine Möwe wurde am Sportboothafen in Sonwik gegen 11 Uhr von Anwohnern „An der Mole“ gesichtet. Weil der Kadaver im leicht gefrorenen Hafenwasser fest saß, ließen Kräfte der Berufsfeuerwehr ein Boot zu Wasser. Das tote Tier wurde von einem Mitarbeiter des TBZ Flensburg unter Vollschutzmaßnahmen abgeborgen.

Wenig später trieb wasserseitig eine weitere Groß-Möwe neben dem militärischen Sicherheitsbereich der Marineschule Flensburg in der Außenförde. Auch dieses tote Wildtier wurde unter strengen Sicherheitsauflagen aus dem Ostseewasser geborgen und zunächst auf dem Betriebsgelände des TBZ Flensburg zwischengelagert. Am Morgen war im Stadtbereich Flensburg eine tote Taube aufgefunden worden.

Alle Tiere sollen auf den möglichen, hochpathogenen Erreger H5N8, der Vogelgrippe-Virus auslöst, in der kommenden Woche von Spezialisten der Institute untersucht werden.

Seit dem 25. November ist Flensburg Sperrbezirk, da bei einem in der Stadt aufgefundenen Wildvogel, die Vogelpest durch amtliche Untersuchungen nachgewiesen wurde. Bereits seit dem 17. November ist das Flensburger Stadtgebiet Beobachtungsgebiet, als in Glücksburg der Erreger bei einem toten Vogel nachgewiesen werden konnte. Für die Dauer von 21 Tagen gelten für Geflügelhalter die landesweiten Restriktionen.

Sollte der Erreger der Vogelpest N5N8 bei den Tierfunden in Flensburg nachgewiesen werden, müssten erneut weitere Sicherheitsmaßnahmen durch die zuständigen Ämter erlassen werden .

Die Veterenärämter des Landes und die Umweltbehörde in Kiel, warnen nach wie vor eindringlich vor dem Anfassen toter Wildtiere. Tierfunde können über den Serviceruf 0461-19222 im Bereich Flensburg gemeldet werden, in anderen Kreisen und Bezirken, können die Servicerufnummern über die Homepage des Landes Schleswig-Holstein abgerufen werden. Werktags ist ein Bürgertelefon in Kiel unter der Rufnummer 0431-160-6666 für Anfragen von 9-17 Uhr erreichbar.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 13:00 Uhr

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