Versammlung in Kappeln : Vogelfreunde klagen über Artenrückgang

Hans Knöll-Fuglsang gibt den Vorsitz der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft auf.
Hans Knöll-Fuglsang gibt den Vorsitz der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft auf.

Die Teilnehmer des ornithologischen Stammtisches beklagen die „Aufräumwut“ an Hecken, Knicks und in Gärten, die Deckung und Brutplätze für die heimischen Vögel vernichtet.

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18. März 2019, 15:09 Uhr

Zum letzten Mal begrüßte Hans Knöll-Fuglsang den ornithologischen Stammtisch in Kappeln. 13 Vogelfreunde waren zur letzten Sitzung unter Führung des Vorsitzenden der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) gekommen, darunter auch Knöll-Fuglsangs Nachfolger Thomas Biel aus Westerholz.

Die üblichen Arten wurden gesichtet

Die Vogelkundler waren gekommen, um sich darüber auszutauschen, wie es insgesamt um die heimische Vogelwelt bestellt ist, wie verschiedene Vogelarten den Winter überstanden haben und welche Arten sich an den Futterstellen gezeigt haben. Es stellte sich heraus, dass zwar die üblichen Arten wie Haussperlinge, Amseln, Kohl-, Sumpf- und Blaumeisen sowie Rotkehlchen aber auch der Sperber beobachtet wurden. Doch klagten viele Teilnehmer über den über die Jahre zunehmenden Rückgange etlicher Arten.

Appell: Gebüsch und Dickicht erhalten

Negativ wurde auch die in den letzten Wochen praktizierte „Aufräumwut“ an Hecken, Kicks und in Gärten gesehen. Die Kettensägen und Schredder seien überall im Einsatz gewesen und zahllose Vögel hätten dadurch ihre Deckung und Brutmöglichkeiten verloren. Eva Heimsoth, Vorsitzende der IGU-Kappeln, appellierte an die Gemeinden und Kommunen an einigen Stellen Gebüsch und Dickicht zu erhalten.

Efeu nicht schneiden

Bedauert wurde auch, dass immer noch an Bäumen kletternder Efeu entfernt wird. Der Efeu entziehe dem Baum keine Nährstoffe, sondern klettert lediglich zum Licht. Der Efeu biete Vögeln jedoch Deckung und seine Beeren dienten als Nahrungsquelle, betonten die Vogelfreunde. An efeuberankten Bäumen ließen sich gut Vögel wie Rotdrosseln, Wintergoldhänchen, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke beobachten, betonte Bernd Koop, zuständig für die Vogelerfassung der OAG.

Beklagt wurde auch der Rückgang der Mauersegler in den Städten beklagt. Dagegen helfe das Aufhängen von Nisthilfen an hohen Gebäuden. Entsprechende Nisthilfen würden von professionellen Nistkästenherstellern angeboten.

Hoffen auf viele Mäuse als Nahrung für Greifvögel

Der milde Winter hatte folgende Auswirkungen: Es gab keine großen Winteransammlungen. Die Zwergschwäne sind längst auf dem Heimzug. Kiebitze und Stare besetzten schon im Februar ihre Brutgebiete und die Waldschnepfen seien einfach hiergeblieben. Aufgrund der milden Witterung besteht Hoffnung auf eine gute Mäuseentwicklung, was für ein gutes Greifvogel- und Eulenjahr stehen könnte. Dies freute Thomas Biel, der im Bereich Langballig brütende Schleiereulen, Steinkäuze und Waldkäuze entdeckt hat.

Der Winter hatte doch noch einige Besonderheiten zu bieten: Zwischen Kieler Förde und Eckernförder Bucht fischten über 1000 Tordalken. Über das massenhafte Auftreten dort ist bisher wenig bekannt. Herr Vogel aus Esgrus konnte eine Schneeammer beobachten.

Insgesamt könne der milde Winter als ereignisarm zusammengefasst werden, lautete schließlich das Fazit.

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