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Fischtreppe : Vision: Meerforellen im Lautrupsbach

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Idee eines Fischers stößt auf positive Resonanz im Umwelt- und Planungsausschuss. Die Stadt prüft eine mögliche Finanzierung.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Am Ende des Tunnels liegt eine tote Meerforelle. Für Rudi Freundlich ist sie der Beweis, dass Fische dieser Statur durchaus den Lautrupsbach hinauf schwimmen. Von der Mündung in die Förde bis zu dieser Stelle sind es knapp 150 Meter. Rudi Freundlich ist Fischer, Mitglied im Flensburg Fischereiverein, und er hat eine Vision: Der Lautrupsbach soll in seinem mittleren Lauf bis hinauf zur Glücksburger Straße wieder Kinderstube von Lachsen und vor allem Meerforellen werden.

Um bis in diesen Bereich zu gelangen, müssen sie jedoch ein Hindernis überwinden: den Wasserfall an der alten Lautrupmühle. Hier wird der Bach aufgestaut und stürzt dann auf einer Strecke von knapp zehn Metern rund fünf Meter in die Tiefe. „Hier kommen die Fische nicht rauf“, weiß Rudi Freundlich. Und darum schlägt er vor, hier eine Fischtreppe zu bauen. Im früheren WiF-Ratsherrn Harro Teichmann hat er schon mal einen Mitstreiter.

Ortstermin am Wasserfall: Obwohl es in den letzten Tagen wenig geregnet hat, rauscht das Wasser hier über die Kante. „Das ist genug für die Fische“, weiß Rudi Freundlich. Er ist sich sicher, dass sich die Bedingungen im Bach zum Laichen eignen. Ein bekannter Fischfreund habe in mehreren Nächten bis zu zehn größere Fische – vermutlich Meerforellen – im unteren Lautrupsbach beobachtet. Neben dem Wasserfall fristet ein total verrostetes, löchriges Rohr ein trauriges Dasein. In der Hangmauer daneben hat sich ein zweiter kleiner Wasserfall gebildet. Ein altes, ebenfalls stark vom Rost befallenes Siel komplettiert das heruntergekommene Ensemble.

„Hier muss ohnehin bald etwas passieren“, sagt Harro Teichmann, der im Umwelt- und Planungsausschuss die Fischtreppe zum Thema gemacht hat. Sein Antrag, dass die Stadtplanung Möglichkeit und Finanzierung einer Fischtreppe an dieser Stelle prüft, wurde einstimming angenommen. Er ist sicher, dass eine Fischtreppe eine große Bereicherung der naturräumlichen Situation am Lautrupbach wäre. „Das hätte einen sagenhaften Charme“, begeistert er sich.

An die Finanzierung hat Rudi Freundlich auch schon gedacht, denn so eine Fischtreppe ist nicht billig; sie könnte schnell eine sechsstellige Summe kosten. Er beruft sich auf bei den Kreisen in Schleswig-Holstein gehorteten Millionen für nicht umgesetzte Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen in die Natur. Inwieweit dieses Geld auch in anderen Gebietskörperschaften eingesetzt werden kann, konnte im Ausschuss nicht geklärt werden.

Eine andere Frage indes schon: Schaffen die Fische die Tunnelstrecke unter dem Neubau „Klarschiff“ und dem Hafendamm? „Kein Problem“, sagt Rudi Freundlich und verweist auf zahlreiche Fisch-Sichtungen. Der verrohrte Abschnitt am Unteren Lautrupweg bis zum Wasserfall müsse hingegen auf mögliche Hindernisse untersucht werden,. Rudi Freundlich verweist auf ein Unternehmen, das deutschlandweit Fischtreppen plane.

Kein Problem ist aus seiner Sicht auch die Idee des Vereins zum Erhalt der östlichen Altstadt, am Wasserfall ein Wasserrad zur Stromerzeugung zu installieren. „Die brauchen nur eine Breite von rund 50 Zentimetern“, hat er recherchiert. Fischtreppe und Wasserrad könnten locker nebeneinander gebaut werden.

Im Planungsausschuss stieß die Idee auf überwiegend positive Resonanz – mit einer Einschränkung. Der städtische Haushalt dürfe nicht belastet werden, war der Tenor von den Linken bis zur CDU.

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