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Sonderausstellung für Flensburg : Virtuelles Museum kommt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Abstimmung von 1920: Rat beschließt die ersten beiden Stufen einer stadtgeschichtlichen Ausstellung.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2017 | 11:15 Uhr

Die Ratsversammlung hat gestern Abend den Weg freigemacht für eine stadtgeschichtliche Ausstellung im Kontext 2020 – dem Jahr der 100. Wiederkehr der deutsch-dänischen Grenzabstimmung. Mit 28 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen – unter anderem aus Kostengründen der FDP – segnete der Rat damit die ersten beiden Etappen der insgesamt dreistufigen Ausstellung ab.

Dabei geht es zunächst um eine virtuelle Ausstellung, die bis zum nächsten Sommer stehen soll (Stufe 1) sowie um eine Sonderausstellung zur 1920-er Abstimmung, die von Anfang 2018 bis Februar 2020 entstehen soll. Für diese Stufe II sollen 600 Quadratmeter Fläche notwendig sein. Dabei wird die Sonderausstellungsfläche des Museumsbergs (300 Quadratmeter) empfohlen plus weitere Flächen durch thematische Bezüge zur Dauerausstellung und Hinweisen in den Foyers städtischer Institutionen sowie kommentierender Hinweisen im Stadtbild. Noch nicht umgesetzt ist damit eine Dauerausstellung (Stufe III).

„Schon bei Stufe I geht es um nicht weniger als um ein virtuelles Stadtmuseum“, erklärte Kulturausschussvorsitzende Gabriele Stappert (CDU). Sie bedankte sich bei Oberbürgermeisterin Simone Lange dafür, dass sie dieses Thema zur Chefsache gemacht habe und sprach von einer großen, nicht nur touristischen Chance für Flensburg.

Auch für die Grünen habe diese Ausstellung eine große Bedeutung, erklärte Ellen Kittel-Wegner. Sie wies aber auch auf die schwierige finanzielle Situation hin: „Wir brauchen 1,2 Millionen Euro, um die Stufen I und II durchführen zu können.“ Wenn im nächsten Schritt vier weitere Millionen gebraucht würden, müsse eben die Gewerbesteuer erhöht werden, sagte die Grünen-Fraktionschefin.

„Wir müssen sagen, wir wollen diese Ausstellung“, plädierte Heinz-Werner Jezewski   (Die Linke). Er erinnerte an einen Ausspruch von Alt-OB Klaus Tscheuschner über das deutsch-dänische Verhältnis seit der Nachkriegszeit: „Vom Gegeneinander über das Nebeneinander zum Miteinander.“

Für den SSW macht Preben Mogensen nicht nur deutlich, dass Flensburg die Hauptstadt der dänischen Minderheit sei: „Die Stufe III der Ausstellung muss auf jeden Fall her“, verlangte der SSW-Ratsherr.

Eine Dauerausstellung könnte dem Konzept zufolge zwischen Mitte 2020 und 2021 entstehen. Als Bedarf sehen die Pläne 1300 Quadratmeter plus Veranstaltungs-, Sonderausstellungs- und Magazinfläche vor.

Helmut Trost (SPD) erinnert daran, dass zugleich auch der 75. Jahrestag des Endes der NS-Diktatur begangen werde. Jochen Gurth (Grüne) merkte kritisch an, zunächst müssten die bestehenden Museen gesichert werden. Er stimmte nicht zu.

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