Pädagogik und Natur in Flensburg : Villekula verdoppelt Zahl der Strebergärtner

Bunt: Für den Hochbeete-Bau sind Kenntnisse in Mathe nützlich – und auch Kunst.
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Bunt: Für den Hochbeete-Bau sind Kenntnisse in Mathe nützlich – und auch Kunst.

Infotag für interessierte Lehrer und Eltern morgen auf dem Gelände am Quakenweg

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26. Februar 2018, 08:36 Uhr

Gelände erkunden, Hochbeet bauen, Kompost anlegen, kochen, essen, abwaschen... All das erwartet Schulklassen, die nach den Sommerferien bei Villekula als „Strebergärtner“ einsteigen. So heißt eines der zahlreichen Garten-Projekte des Vereins, in dem Schulkinder im „Villekula-Land“ am Quakenweg im Lauf der Jahreszeiten miterleben, wie leckere Gemüsegerichte auf den Teller kommen. Nachdem die Crowdfunding-Kampagne mit 16 000 Euro (wir berichteten) mehr als erfolgreich war und doppelt so viel Kapital zusammenkam wie angepeilt, nehmen derzeit fünf Schulklassen am Projekt „Strebergarten“ teil.

Nach der Erprobungsphase von einem Jahr, erklärt Tjorven Reisener, soll „Strebergarten“ nun auf „langfristige und stabile Beine“ gestellt werden. „Villekula sucht dafür mehr Schulen, die teilnehmen möchten. Bis zu zehn Klassen schweben uns vor“, sagt die Gründerin.

Auch für Villekula bedeute das einen Wachstumsschritt, „eine Herausforderung, die wir wollen“, betont Tjorven Reisener und arbeitet an der Finanzierbarkeit einer weiteren hauptamtlichen (halben) Stelle. Dass sich die 29-jährige Diplompädagogin auf ihr Team – inzwischen 35 Ehrenamtliche – hundertprozentig verlassen kann, hat sich auch während ihres Urlaubs über den Jahreswechsel in Afrika gezeigt. Villekula habe keine Winterpause eingelegt, sagt Reisener, weil die Klassen gekommen seien. Sie selbst habe in Uganda den letzten fälligen Bericht im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne geschrieben und übermittelt. Und auch das hat sich gelohnt: Von einer weiteren Ausschüttung der drei „Finalisten“ habe Villekula vor einem Monat in Frankfurt einen Anteil von 5000 Euro bekommen.

„Strebergarten“ solle sich selbst tragen, erläutert Tjorven Reisener. Das Finanzierungskonzept basiere auf mehreren Säulen, darunter einem Eigenanteil der Schulen und Sponsoring. Größter Kostenfaktor im Projekt, aber lösbar, sei der Transport. Wenn es Schwierigkeiten gebe für die Schulen, unterstütze Villekula mit Rat und Tat. „Wir haben Erfahrung mit Förderanträgen und haben viele Kontakte“, erklärt sie. Auf diese Weise bringe der Verein fast das Thema „Entrepreneurship“ in die Schulen und bleibt seiner Philosophie treu: „Selbst machen, selbst erleben“ – und damit das Ergebnis als Wert umso mehr schätzen.

Die nächsten Strebergärtner starten nach den Sommerferien in die Beete. Erfahrungsgemäß können zwei Klassen nacheinander an einem Tag am Projekt teilnehmen, sagt Tjorven Reisener. Jede Klasse bleibe jeweils anderthalb Stunden – zum Ackern, Einsäen, Ernten und Essen.

Lehrer, Schulleiter, Elternsprecher und weitere Interessierte am Projekt „Strebergarten“ sind am Dienstag, 27. Februar, zum Infotag auf dem Villekula-Land am Quakenweg willkommen. Sie können sich ab 17 Uhr das Gelände ansehen und auch mit Lehrern sprechen, die bereits teilnehmen.

https://villekula.de

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