Erinnerung an Mogadischu in Flensburg : Vietor zu Gast: Landshut rottet noch in Fortaleza

Landshut-Pilot Jürgen Vietor (rechts) spricht vor Schülern im Alten Gym, auf Einladung des Lehrers Jan-Christian Schwarz, der hier einen durch GSG9-Kugeln beschädigten künstlichen Horizont aus dem Cockpit betrachtet.
Landshut-Pilot Jürgen Vietor (rechts) spricht vor Schülern im Alten Gym, auf Einladung des Lehrers Jan-Christian Schwarz, der hier einen durch GSG9-Kugeln beschädigten künstlichen Horizont aus dem Cockpit betrachtet.

Co-Pilot der 1977 entführten und in Mogadischue befreiten Maschine diskutierte mit Schülern

shz.de von
22. Juni 2017, 06:31 Uhr

Nicht zum ersten Mal ist Jürgen Vietor zu Gast im Alten Gymnasium. Gestern berichtete der Copilot der „Landshut“ erneut vor Schülern, wie er die Entführung des Flugzeugs durch Terroristen miterlebt hat, und beantwortete Fragen über den Herbst von 1977. Gerade erst habe er für eine Fernseh-Dokumentation das brasilianische Fortaleza besucht, wo das Flugzeug im Dschungel mit fehlenden Fenstern vor sich hin rottet.

Natürlich sprachen die Gymnasiasten Jürgen Vietor, der durch seine Offiziersausbildung an der Marineschule Flensburg verbunden ist, auch auf den Vorstoß hiesiger Luftfahrt-Enthusiasten an, das Wrack der Boeing 737 an die Förde zu holen (wir berichteten). Die Meinung der Schülerschaft zum Thema sei geteilt und fundiert begründet, beobachtet Lehrer und Gastgeber Jan-Christian Schwarz. Ein Schüler etwa erkundigte sich nach dem Ort des Starts des historischen Fluges 1977 und schlug deshalb vor, in Frankfurt mit dem Flugzeug an die Ereignisse zu mahnen.

Jürgen Vietor hatte sich schon einmal dazu bekannt, eher Bonn als Ort für ein potenzielles Denkmal zu bevorzugen, zumal damals im Kanzleramt die Entscheidungen getroffen wurden. Aus Bonn allerdings habe es schon einen Korb gegeben, weiß Schwarz; Flensburg und das hessische Griesheim sollen weiterhin interessiert sein. Entscheidend wird wohl, wie Transport und Aufbereitung des Wracks bewerkstelligt und bezahlt werden. Jürgen Vietor will dazu nun keine Position mehr ergreifen.

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