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Museumshafen Flensburg : Vier Tage im Zeichen des Apfels

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Freitag sticht der Museumshafen zur Apfelfahrt in See / Klassische Hökerei in Flensburg, Apfelfeste in Glücksburg, Kollund und Gravenstein

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erstellt am 11.Okt.2017 | 07:17 Uhr

Am Freitag, 13 Uhr, legen sie ab. Vom Bohlwerk aus setzen sich zwei kleine Flotten in Marsch, die eine mit Ziel Kollund, die andere mit Ziel Glücksburg, beide im Zeichen des Apfels: Traditionell am ersten Wochenende der Herbstferien lädt der Museumshafen Flensburg zur Apfelfahrt. Sie ist die entschleunigte Schwester der viel größeren turbulenten Rum Regatta mit ihren Tausenden Teilnehmern. Bis Sonntagnachmittag ist das Bohlwerk für deutlich weniger Menschen ein geselliger Ort der Einkehr, wenn die Schipper von Bord oder von der Brücke aus Lebensmittel und Spezialitäten aus der Region anbieten. Im Mittelpunkt: eine Tonne Obst, das die Segler am Freitag auf der Seebrücke von den Glücksburger Bio-Plantagen an Bord nehmen.

Auch in Glücksburg hat sich um die Verlade-Aktion (mit Menschenkette von Freiwilligen) längst ein maritimes Fest entwickelt. Von 14 bis 18 Uhr können Kinder und Erwachsene am Freitag basteln, Äpfel verfeinern, Spezialitäten verkosten, sich über Baumschnitt und Streuobstwiesen informieren. Die Äpfel werden zünftig per Pferdefuhrwerk angeliefert, dazu gibt’s maritime Lieder vom Shantychor Schidenkind . Die Segler machen sich nach der kurzweiligen Verladeaktion gegen 15 Uhr auf den Weg zurück nach Flensburg.

Während die großen Segler Glücksburg ansteuern, machen sich die Lüttfischer auf den Weg nach Kollund auf der dänischen Seite der Förde. Auch hier gibt’s Äpfel (leckere Gravensteiner) zu holen, auch hier ein Apfelfest, das weit hörbar um 13 Uhr durch „Auroras Kanoner“ eröffnet wird.

Die Urzelle aber ist immer noch die Flensburger Veranstaltung mit der bestens eingeführten Hökerei auf dem Bohlwerk. Hier werden Esskastanien geröstet, gibt es Räucherfisch, Äpfel, Kuchen, Apfelpunsch, ein Wiedersehen mit dem legendären Arved „Polar-“Fuchs und seinem treuen Schiff „Dagmar Aaen“, Begegnungen mit traditionell gekleideten Höker-Leuten auf den Schiffen und in den Ständen an Land.

Neu in der Flotte ist das Vereinsschiff „Greta“ – das Jugendprojekt des Museumshafens, das sehr erfolgreich in kurzer Zeit viele junge Förderer eingesammelt hat. Günter Wulf, Gründungsmitglied des Museumshafens und Vorvor-Besitzer des Elbkutters, hat den Verein gegründet und lässt für Greta sogar die Finger vom legendären „Günnis Punsch“. Das Heißgetränk, das über viele Jahre traditionell die Punsch-Saison einläutete, bleibt kalt in der Flasche. Stattdessen wird „Günni“ Wulf mit den jungen Leuten des Fördervereins Greta heißen Kakao zum Wohle der Vereinskasse austeilen – nach unbestätigten Gerüchten bei Bedarf mit einem Schuss Rum zum Lumumba veredelt. Die Hökerei dauert bis Sonntagnachmittag. Mit der Apfelfahrt erweisen die Traditionsschipper den alten Handelszeiten Referenz, als die Versorgung der Bevölkerung mit Segelschiffen aus der Region gewährleistet wurde.

Ähnlich feiert auch die Heimat eines weltbekannten Apfels: Gravenstein. Über viele Jahre war der Apfel in seiner Heimat in Vergessenheit geraten, jetzt haben ihn die Gravensteiner wieder für sich entdeckt. Sie feiern ab Donnerstag bis Sonnabendabend mit Apfelkuchenwettbewerb, Brass-Musik, dänischem Folk im Festzelt („Heartlands“, Freitag ab 21 Uhr im Festzelt) , Laternelaufen und einem Tanz um den „Goldenen Apfel“ – eine Skulptur am Hafen. Im Lieblingsferienort von Margrethe II. eröffnet Apfelkönigin Karin Baum das Fest am Donnerstag um 17 Uhr am Hafen.

Glücksburg und Gravenstein sind via Flensburg und Kollund am Freitag zwischen 11 und 17 durch einen Busshuttle miteinander verbunden. Die Veranstaltungen werden aus EU-Mitteln und Mitteln der Region unterstützt, die Tourismus-Agentur Flensburger Förde bündelt die Aktivitäten.

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