Tourismus in Flensburg : Vier Sterne für Flensburgs neue Perle

Jetzt offiziell: Hans-Peter Hansen (Dehoga, l.) und Wirtschaftsmionister Reinhard Meyer freuen sich mit Hotel-Direktorin Kirsten Herrmann über die Auszeichnung.
Jetzt offiziell: Hans-Peter Hansen (Dehoga, l.) und Wirtschaftsmionister Reinhard Meyer freuen sich mit Hotel-Direktorin Kirsten Herrmann über die Auszeichnung.

Feierliche Eröffnung des Hotels Hafen Flensburg und gute Aussichten auf besseren Hochwasserschutz

shz.de von
17. Januar 2017, 08:00 Uhr

Flensburg | Es wurden keine Gummistiefel gereicht, und es roch auch nicht moderig im Hotel Hafen Flensburg. „Man muss schon mit Lupe und Taschenlampe gucken, um noch etwas zu finden“, sagte Investor Hermann Höft mit Blick auf das Hochwasser, das Flensburgs neue Perle am Wasser vor rund zehn Tagen so überraschend heimsuchte. Seit gestern hat es offiziell vier Sterne, und gestern wurde es dann endlich auch feierlich eingeweiht.

„Ein wunderschönes Haus“ nannte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer das Hotel an der Schiffbrücke, das aus acht verschiedenen Gebäuden besteht, die eine Altersspanne vom 16. bis ins 21. Jahrhundert abdecken. Es sei eine mutige Entscheidung gewesen, hier zu investieren, aber er sei sich sicher, dass das Hotel den Tourismus in Flensburg voran bringen werde. Ganz nebenbei brachte Meyer noch den Zuwendungsbescheid über 875  000 Euro mit, für den Höft sich artig bedankte und die von Meyer genannte Investitionssumme von 13 Millionen auf 15 Millionen Euro nach oben korrigierte.

In seiner informativen wie launigen Rede räumte Höft ein, dass man beim Hochwasserschutz etwas nachlässig gewesen sei, dass man die Mängel aber umgehend ausbessern werde. Es gehe zwar auch um den Schutz des Haupteingangs vorne an der Schiffbrücke, vor allem aber um den Hof. Das Hochwasser habe den Altbau „Kayser’s Hof“ quasi umlaufen; geplant sei ein massives Schott am Hofeingang.

„Uns hat das Herz geblutet“, berichtete Hotel-Direktorin Kirsten Herrmann mit Blick auf die Nacht vom 4. auf den 5. Januar. Das Wasser sei durch alle Ritzen gekommen, die gesamte Crew habe Wasser geschippt, nacheinander seien hinterher alle krank geworden, sie eingeschlossen. „Gefühlt eröffnen wir heute, bis heute Nachmittag war der Maler im Haus.“

Die Entstehungsgeschichte des Hotels geht weit ins letzte Jahrzehnt zurück. Höft erinnerte daran, wie der 2004 verstorbene Oberbürgermeister Hermann Stell ihn und den Meierhof-Hotelier Gerd Theilen aufgefordert hatte, auf dem Grundstück gegenüber – heute „Klarschiff“ – ein hochwertiges Hotel zu bauen. Er erinnerte an den Wettbewerb, den siegreichen Berliner Entwurf, die politische Diskussion. „Die Gegner des Hotels haben gelogen und betrogen, am Ende knickte die Politik ein.“ Daran erinnerte sich auch Simone Lange an ihrem ersten Tag als Oberbürgermeisterin, doch damals war sie noch nicht in der Ratsversammlung.

Auch Alt-Oberbürgermeister Simon Faber war da, bei ihm bedankte sich Höft für den Rückenwind und den Anschub des Projekts. Nach dem Scheitern der Hotel-Pläne gegenüber sei die Idee eines Hotels am Hafen wach geblieben, und nachdem Kay-Uwe Jensen für seine eigentlich guten Pläne keinen Investor fand und letztlich in die Insolvenz gehen musste, habe man sich zu dem Investment entschlossen.

Das Konzept habe man zusammen mit dem Sylter Hotelier Dirk Rose geschmiedet, so Höft. Nach einer ersten Besichtigung der „Ruinenlandschaft“ des total herunter gekommenen Ensembles habe man sich für drei Stunden in Hansens Brauerei zusammen gesetzt. „Das war so etwas wie die erste Machbarkeitsstudie“, schmunzelte er. Dank sagte er Thomas Menke für das Unterstützung durch die Nospa, Lob hatte er für die Architekten Axel Waltje und Hanna Gloyer sowie für die Innenarchitektin Ines Müller parat.

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