Mobil in Flensburg : Vier Mitfahrbänke für die Rückreise

Hier geht’s nach Maasbüll, Husby, Ausacker und Hürup: Till Fuder (links), John Wilner-Höfer aus Hürup und Bürgermeister Henning Brüggemann vor der Mitfahrbank Kappelner Straße, Ecke Kanzleistraße.
Hier geht’s nach Maasbüll, Husby, Ausacker und Hürup: Till Fuder (links), John Wilner-Höfer aus Hürup und Bürgermeister Henning Brüggemann vor der Mitfahrbank Kappelner Straße, Ecke Kanzleistraße.

Nach der Infrastruktur im Umland sind in den vergangenen Wochen Abholpunkte für die Fahrt auf die Dörfer entstanden

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19. Juli 2018, 11:59 Uhr

Wer den Hüruper John Wilner-Höfer nach den Anfängen der Mitfahrbank fragt, hört neben dem Start am 1. Mai 2016 keine Story lässiger junger Leute, die zu coolen Wochenendpartys nach Flensburg und wieder zurück wollten – sondern die Geschichte von ein paar älteren Damen, die am Sonnabendmorgen gerne nach Flensburg zum Wochenmarkt wollten, aber am Wochenende keine passende Busverbindung finden konnten. So entstand in Hürup der Verein „Boben Op“: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, lokale Klimaschutz- und Energiewende-Projekte zu starten“, berichtet Wilner-Höfer.

Mit der Mitfahrbank ist er – mittlerweile zusammen mit die 34 Kommunen im Klimaprojekt rund um Flensburg – schon weit gekommen. 47 solcher Mitfahrbänke sind bereits im gesamten Umland gezimmert und aufgestellt. Nicht nur, weil Wilner-Höfer und Flensburgs Bürgermeister und Klimapakt-Vorsitzender Henning Brüggemann sich zuweilen im Campushallen-Aufsichtsrat trafen, wurde die Idee geboren, dass auch Flensburg mehrere Bänke braucht: Schließlich müssen die Land-Reisenden auch wieder zurückkommen. „Das ist ein tolles Beispiel für eine Initiative aus dem Kreisgebiet und eine Zusammenarbeit in der Stadt“, findet der Bürgermeister.

Dabei sind die Vordenker von den Dörfern bereits einen Schritt weiter: „Wir haben vor, im nächsten halben Jahr eine App zu entwickeln“, sagt Wilner-Höfer und erklärt: „Das Wichtigste ist der Sicherheitsgedanke für Fahrer und Mitfahrer.“ Dabei gehe es vor allem darum zu wissen, mit wem man gefahren sei. Sein Verein Boben Op aus Hürup ist offiziell Träger des vom Umweltministerium geförderten Projekts.

Vor allem abends und an Wochenenden geht aus den Dörfern mit dem Bus nichts. Wann die Rückfahrbänke vor allem gebraucht werden, muss sich für Brüggemann und seinen Klimamanager Till Fuder erst noch erweisen. „Solche Angebote müssen sich erst etablieren.“ Brüggemann erwartet die Kundschaft zunächst unter Schülern, Berufsschülern und Azubis am Nachmittag sowie Rückreisenden nach Sport-, Kulturveranstaltungen und Partys am Abend. Wie lange man auf so einer Mitfahrbank sitzen muss? Auch da haben die Initiatoren aus Hürup bereits so ihre Erfahrungen: „Zehn bis 20 Minuten“, sagt John Wilner-Höfer mit fester Stimme. Und häufiger würden selbst die Stadtbusse auch nicht fahren.

Um das Projekt noch bekannter zu machen, sollen nach dem Sommer zwei Mitfahrbank-Filme entstehen – sowie eine Mitfahr-Rallye durch das gesamte Gebiet.

> bobenop.de/projekte/mitfahrbank

Mitfahrbänke in der Stadt Flensburg 

Östlich des Hafermarkts: Einbiegung der Kappelner Straße in die Kanzleistraße (Richtung Maasbüll, Husby, Hürup, Ausacker)

Hafendamm (am Blitzer) kurz vor der Abbiegung Nordstraße (Richtung Glücksburg, Wees, Munkbrarup, Langballig, Dollerup)

Neumarkt Höhe Parkinsel (Richtung Handewitt, Harrislee, Schafflund, Meyn, Dänemark)

Untere Husumer Straße nahe Neumarkt (Richtung, Jarplund, Weding, Hürup, Freienwill, Oeversee, Eggebek, Tarp, Wanderup – erst nach der Wiedereröffnung der Straße Mitte August)

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