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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 01:27 Uhr

Vier Millionen Euro für Intensivstation

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sozialministerin Kristin Alheit eröffnet Neubau im Flensburger Franziskus-Hospital, um Isolierung infizierter Patienten zu verbessern

Es sind nur 16 Betten, aber vielleicht die wichtigsten in Flensburg oder zumindest im Malteser-Krankenhaus St. Franziskus-Hospital, das jeder Flensburger nur unter dem Kürzel Franziskus kennt. Um fünf Betten wird die Intensivstation aufgestockt, die zentral im Krankenhaus-Komplex untergebracht ist, in einer aufgestockten Etage. Über vier Millionen Euro lassen sich die Malteser diese Verbesserung ihres medizinischen Angebotes kosten; das Land Schleswig-Holstein ist mit knapp drei Millionen Euro dabei, die Malteser selbst mit 1,1 Millionen. Sozialministerin Kristin Alheit blieb es vorbehalten, nach der Segnung die an der Eingangstür aufgespannte Mullbinde zu durchschneiden und damit quasi die neue Intensivstation zu eröffnen.

Deren alter und neuer Chefarzt, Dr. Karlheinz Doerwald, zählte die Verbesserungen auf, die die Investition mit sich bringt. Das beginnt mit dem Zuwachs an Betten und endet mit den Verbesserungen bei den Nebenräumen, wovon zum Beispiel Angehörige von Intensivpatienten profitieren. Als besonders bedeutend hob Doerwald jedoch die Ausweitung der Isolationsmöglichkeiten hervor. „Wir hatten große Hygieneprobleme durch die große Halle.“ Im Klartext: Wenn in dem großen Raum der alten Intensivstation ein Patient aufgrund einer gefährlichen Infektion isoliert werden sollte, mussten alle anderen raus und verlegt werden. Heute kann er problemlos in einem Zimmer, die jetzt nur noch zwei oder maximal drei Betten haben, isoliert werden.

Doch die Verbesserungen sind auch ganz praktischer Natur. Die technischen Geräte standen bislang auf dem Boden und versperrten dort den Durchgang. Jetzt hängen sie an der Decke und ermöglichen dem Pflegepersonal, schnell an das Kopfende eines Bettes zu gelangen. Doerwald scherzhaft: „Die mussten vorher unter dem Bett durch krabbeln oder, wenn sie fit waren, drüber weg springen.“

Für Rudolf Bonse, den Kuratoriumsvorsitzenden des Krankenhauses, ist die neue Station „die Krone unseres Hauses“ und das „Flaggschiff der Malteserflotte“. Es gab „ganz überzeugende Gründe“ für das Land, diese Investition zu fördern, sagte Ministerin Kristin Alheit. Der Krankenhausplan sehe die Bildung von Zentren vor; im Norden Schleswig-Holsteins bildet der Krankenhaus-Verbund aus Diako und Franziskus dieses Zentrum. Sie verdeutlichte mit Zahlen die wachsende Bedeutung der Intensivstation: 2008 waren es noch 996, vier Jahre später sind es 1553 – eine Steigerung um 55 Prozent. Das Durchschnittsalter der Intensivpatienten liege bei über 70.

Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar betonte die große Bedeutung des Klinik-Verbundes für das Oberzentrum Flensburg – für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung, aber auch für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer der Malteser Deutschland, nannte die neue Station „die Kulmination der Medizin“ und den „Inbegriff von Teamarbeit und Multiprofessionalität“; sein Dank galt dem gesamten Team des Hospitals, aber auch den Patienten.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 13:00 Uhr

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