Sollerup : Viel Zustimmung für Biogas-Konzept in Sollerup-Mühle

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28. September 2010, 03:59 Uhr

Sollerup | Weil die Biogasanlage des Betreibers Volker Schulz in Sollerup-Mühle um einen vierten Block erweitert wird, ergibt sich die Möglichkeit, auch privaten Wohnraum über diese Quelle zu heizen. Zurzeit wird die erzeugte Wärme im Eigenverbrauch und durch die Firma ATR genutzt. Ingenieur Thomas Knauer stellte bei einer Einwohnerversammlung im Landgasthaus Sollerup das Konzept vor. Das sieht vor, von der Biogasanlage eine Gasleitung in den Ortskern zu verlegen und dort ein Motorenhaus mit einer Leistung von 200 bis 400 Kilowatt zur Warmwassererzeugung zu errichten, eine Wärmemenge, die der von bis zu 320 000 Litern Heizöl entspricht. Von dort werden dann bis zu den Häusern Ringleitungen für das auf etwa 90 Grad erhitzte Wasser verlegt. Der Hausanschluss, der zirka 1500 Euro pro Haushalt kostet, und auch der Wärmetauscher im Haus sind vom Abnehmer zu finanzieren. Zurzeit gebe es noch Zuschüsse für den Anschluss.

Zur Einwohnerversammlung begrüßte Bürgermeister Hans Peter Nissen neben zahlreichen Bürgern den Biogasbetreiber Volker Schulz, Diplomingenieur Thomas Knauer aus Niebüll, den landwirtschaftlichen Berater für Biogasanlagen, Nikolaus Bormann, den Leitenden Verwaltungsbeamten, Klaus Dieter Rauhut sowie Frank Thomsen aus Kleinwiehe und Hauke Hand, Heizungsinstallateur aus Eggebek. Die große Zahl der Anwesenden, so der Bürgermeister, zeige ein lebhaftes Interesse an dem neuen Wärmeversorgungskonzept in Sollerup.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden Fragen zur Teil- oder Vollversorgung der Haushalte mit Wärme gestellt. Bei der Teilversorgung ergäbe sich nach Aussage des Ingenieurs eine Kostenersparnis von etwa 50 Prozent. Allerdings müsse in dem Fall jeder Haushalt weiterhin eine eigene Wärmequelle vorhalten. Andererseits sei eine Vollversorgung an eine zusätzliche Heizung im Motorenhaus gebunden. Die Wärmeversorgung durch die Fernheizung sei in jedem Fall billiger als eine Heizung mit Heizöl. Für viele Dorfbewohner kristallisierte sich als einzig sinnvolle Maßnahme die Vollversorgung heraus, weil dadurch auch viele anfallende Kosten für die eigene Heizung entfielen. Die Laufzeit der Versorgung ist zunächst auf 20 Jahre angelegt.

Weiter wurde über Preise für die Abnahme der Fernwärme gesprochen. Über einen Zähler wird in jedem Haushalt der Verbrauch abgerechnet, eine Preissteigerung wurde für die nächsten fünf bis zehn Jahre ausgeschlossen. Dabei zog man auch eine Anpassung an den Preisindex für Heizöl in Erwägung, wie es in Kleinwiehe der Fall ist. Da im Laufe des Abends viel Zustimmung signalisiert wurde, wird nun das Planungsbüro Grunddaten von jedem Haushalt erheben, der Interesse an der Fernwärme hat. Geplant ist, dass die Wärmeversorgung ab Ende kommenden Jahres erfolgen soll.

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