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Kulturkataster : Viel Kunst an der frischen Luft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt bringt eine komplette Übersicht über Kunstwerke im öffentlichen Raum auf den Weg.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 07:42 Uhr

Flensburg | Die Liste ist lang – viel länger, als man erwarten könnte. Über 200 Positionen hat die Aufzählung öffentlicher Kunstwerke in Flensburg, die die Stadt jetzt erstmals in einem Kulturkataster zusammen gefasst hat. Es beginnt mit dem Maskenbrunnen am Stadttheaters und endet mit dem Fassadenmosaik Rotes Tor in der Schule auf der Rude. Allein 83 Werke stehen auf Grund und Boden der Stadt Flensburg. Diese hat die Stadt jetzt in einer übersichtlichen Präsentation zusammen gefasst.

Jeder Flensburger kennt die Holmnixe, weil man früher oder später an ihr vorbei kommt. Auch den alten Fischer, der ein junges Mädchen aus dem Wasser schleppt, haben die meisten Bürger schon einmal gesehen – aber wo steht er denn bloß und wie heißt diese Skulptur des Bildhauers Adolf Brütt? Die rostigen Buchstaben am Hafen, die sich im Wind drehen, die blauen Stelen in der City, die Wasserwand auf dem Platz hinter dem Rathaus, der ruhende Bulle vor der Fruerlund-Schule und die Paar-Figuren an der Promenade in Sonwik: Man könnte leicht eine Tagesexkursion auf die Beine stellen, in deren Rahmen nur öffentliche Kunst besichtigt würde.

Auch der Mittelpunkt der Stadt ist Kunst: ein rundes, in den Granit der Großen Straße eingearbeitetes Bronzerelief. Das wird alle paar Tage von der Kehrmaschine gebürstet und unterliegt keinen schwerwiegenden Verschleißerscheinungen. Doch längst nicht alle Kunstwerke sind in einem so guten Zustand wie der Mittelpunkt der Stadt. Das war letztlich die Triebfeder der SPD-Ratsfraktion, das Kunstkataster vorzuschlagen: Wer ist für welches Kunstwerk und seinen Erhalt zuständig? Und was haben wir überhaupt an Kunst in der Stadt? Am Ende wurde eine veritable Gesamtschau, die die Kunsthistorikerin Svenja Ganschow für die Abteilung Denkmalschutz im Rathaus zusammengetragen hat. Aus dem halben Jahr, das die SPD in ihrem ersten Antrag für das Projekt veranschlagt hatte, wurde letztlich mehr als ein ganzes.

Völlig aus dem Blickfeld verschwunden ist eine Skulptur, die für ein paar Jahre Flensburgs bekanntestes öffentliches Kunstwerk war: das Nashorn von Hans-Ruprecht Leiß. Zuerst hing es am Flaggenmast vor dem Schifffahrtsmuseum, dann stand es auf dem Vordach der Rathaus-Südseite, wo es Sturm und Regen trotzte und die Besucher begrüßte. Auch das Nashorn, das an einem nebligen Morgen auf dem Seeweg in die Stadt kam, wird im Kunstkataster erwähnt; es steht bei Sünderuphof. Nicht etwa im Stadion an der Fichtestraße, sondern auf dem eingezäunten Gelände der Marineschule steht „Der nackte Zehnkämpfer“, eher ein Geheimtipp im Kataster öffentlicher Kunst.

Im Kataster werden neben dem Namen oder der Bezeichnung des Objekts das Jahr der Entstehung, der genaue Standort, der Eigentümer oder Auftraggeber, der Zustand und natürlich der Erschaffer genannt. Häufig vertreten ist als Zeitgenosse Uwe Appold, der unter anderem die „Welle“ (siehe Karte oben), die blauen Stelen und das Wasserrad an der Holmpassage geschaffen hat. Aber auch Käte Lassen und Ekkehard Thieme haben ihre künstlerischen Spuren im öffentlichen Raum hinterlassen.

http://www.flensburg.de/imperia/md/content/asp/flensburg/bildung_kultur/kulturbuero/uebersichtkunstwerkefl.pdf
 

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