Unternehmen in Flensburg : Via Sonderburg in den Urlaub

Alles bestens organisiert: Die erste Reise von Sonderburg führte Neubauer im November 2015 nach Rom.
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Alles bestens organisiert: Die erste Reise von Sonderburg führte Neubauer im November 2015 nach Rom.

Flensburger Reiseveranstalter setzt 2018 auf den Geheimtipp nördlich der Grenze

shz.de von
10. Januar 2018, 06:59 Uhr

Oliver Gröpper (48) will aus Flensburgs grenznaher Lage einen Vorteil für den Standort und seine Reisekundschaft machen. Statt mindestens zwei Stunden Fahrt zum Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel in Kauf zu nehmen, setzt der Geschäftsführer von Neubauer Reisen im Flensburger Gewerbegebiet Peelwatt auf den kleinen, aber feinen Flughafen Sonderburg: „Eigentlich müssten drei bis fünf Flugreisen pro Jahr von hier kurzfristig möglich sein“, glaubt er. Nach 45 Minuten Fahrt könne man direkt am Terminal halten: „Dann stehen Sie direkt vor dem Check-In-Schalter“ mit dem Sicherheits-Check.

Gröpper, Veranstalter mit immerhin 28 eigenen Reisebussen (Neubauer, Vagabund, Globetrotter), liebäugelt bereits seit vier Jahren mit dem Flugplatz direkt am Alsensund. Als man das neue Reisezentrum am Peelwatt plante, kam die Idee auf, es mit einer Flugreise über Sonderburg zu probieren. „Wir haben zuerst abgecheckt, ob eine Boeing 737 mit knapp 200 Passagieren hier überhaupt landen kann“, erzählt er. Ergebnis: Der Flughafen erfüllt alle erforderlichen internationalen Standards. Im November 2015 schrieb man den ersten Sonderflug nach Rom aus – mit geliehener Gangway, extra Löschwagen, dem Danfoss-Orchester und drei dänischen TV-Sendern. Es war die größte Passagiermaschine, die jemals auf Alsen gelandet ist. Eine weitere Ausschreibung für Istanbul floppte aufgrund der politischen Lage, bei einer Sizilien-Reise hatte Gröpper Pech: Beim Wenden auf dem Rollfeld fuhr der Pilot über Gras – die Reise musste über den Umweg Hannover angetreten werden.

Unternehmer Gröpper indes glaubt weiter an den Flensburg-nahen Flughafen mit überschaubarem Check-In-Procedere. Gerade im Oktober habe er erfolgreich mit 130 Gästen eine Reise nach Andalusien abgewickelt. Für kommenden Mai hat er sich für acht Tage die britische Kanalinsel Jersey ausgeguckt, die am Golfstrom mit Rekordsonnenstunden wirbt. Im November soll es ebenfalls via Sonderburg fünf Tage nach Venedig gehen – mit einem Airbus A 320 oder einer Boeing. Was Groepper an Sonderburg besonders gefällt: „Mit welcher Begeisterung die dabei sind, ist schon bemerkenswert.“

Nach 50 Jahren in Flensburgs Großer Straße, wo man in einem schönen Kaufmannshof neben der Union-Bank residierte, hat das 100-Mitarbeiter-Unternehmen heute seinen Sitz verkehrsgünstig am Peelwatt im Flensburger Süden, wo die Hälfte der Belegschaft tätig ist – 30 Fahrer und 20 Mitarbeiter im Büro. Seit 2014 gehört Globetrotter Reisen zum Unternehmen, mit 50 Mitarbeitern in Rosengarten bei Hamburg. Gröpper: „Damit sitzen wir jetzt auch mit Neubauer und Vagabund in Hamburg.“

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