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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 22:40 Uhr

Mittelangeln : VHS-Leiterin geht mit Groll

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Misstöne bei der Verabschiedung: Karin Clausen gibt das Amt nach 18 Jahren ab.

Mittelangeln | Verabschiedungen sind Gelegenheiten, die Leistung des zu Verabschiedenden zu würdigen, für den Einsatz zu danken und eine gute Zukunft zu wünschen. Manchmal dient so eine Veranstaltung allerdings auch, um noch etwas zu sagen, was noch gesagt werden muss. So geschah es bei der Verabschiedung der Leiterin der Volkshochschule Mittelangeln Karin Clausen durch die Gemeinde Mittelangeln.

Neben Gemeindevertretern war ein kleiner Kreis zur Verabschiedung von Karin Clausen im Pavillon der Alten Schule zusammen gekommen. 18 Jahre lang hat die 75-Jährige zunächst der Amts- und später der Gemeinde-Volkshochschule vorgestanden und diese Weiterbildungseinrichtung zu einer aktiven und im Lande hoch anerkannten Einrichtung ausgebaut. „Karin Clausen war die Seele der Weiterbildung in der Gemeinde Satrup und später in Mittelangeln“, sagte Bürgervorsteher Bernd Karde.

Solide Finanzplanung

Die Herausforderung VHS begann 1998. Den Hof der Familie hatte der Sohn übernommen und Winfried Wellmann hatte die Geschäftsführung der Volkshochschule abgegeben. „Wir benötigten dringend eine kompetente Person, die mit Tatkraft die Arbeit der Volkshochschule in Satrup weiterführte“, erinnerte sich Satrups damaliger Bürgermeister Harald Krabbenhöft. In Karin Clausen fand er diese Persönlichkeit. Die Zahl der Unterrichtseinheiten stieg stetig. Dank einer soliden Finanzplanung konnten die Angebote gesteigert und auch Kurse angeboten werden, die sich alleine nicht trugen. Clausen nahm das Thema Gesundheit ins Programm auf sowie Sprachkurse und spezielle Angebote für Senioren, bot preisgünstige Kurse für junge Familien an und steigerte das Angebot auf 3570 Unterrichtseinheiten im vergangenen Jahr. Außerdem gab sie als Vorsitzende der Kreis-Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschulen Impulse auf Kreisebene.

Bürgermeisterin Britta Lang hob hervor, dass die VHS-Leiterin weit über das normale Maß ihre Aufgaben wahr genommen und die Einrichtung zu einer der größten ländlichen Volkshochschulen im Kreis entwickelt habe. Clausens Engagement im Bereich der Flüchtlingsbetreuung und Integration hob Amtsvorsteher Helmut Wacker hervor und Gabriele Hunderlage von der Nachbarvolkshochschule in Sörup hob die partnerschaftliche Zusammenarbeit hervor. Karin Clausens Fazit lautete: „Mir hat es viel Freude bereitet, mich so aktiv für die Weiterbildung in meiner Heimatgemeinde und im Kreis engagieren zu dürfen.“

E-Mail-Postfach abgeschaltet

Bis hierhin war Harmonie angesagt, doch dann ergriff Karin Clausen das Wort, um in einem kurzen Statement ihre Enttäuschung darüber auszudrücken, dass sie in den vergangenen Wochen das Gefühl hatte, schlecht behandelt worden zu sein. Zu ihrer Überraschung habe man ihr vor sechs Monaten die Aufwandsvergütung um 50 Euro gekürzt. Mit ihrer Nachfolgerin Hella Ennen vom Familienzentrum sei abgesprochen gewesen, so Clausen, dass sie für das zweite Halbjahr 2017 noch das Programm der VHS zusammen stelle. Mit Verwunderung habe sie nun feststellen müssen, dass dieses Programm auf ein Drittel gestutzt worden sei. Auch die Raumvergabe der Bürgermeisterin für die drei Feldenkreis-Kurse kritisierte Clausen. Der gesamte Kurs sei jetzt zur VHS Sörup abgewandert. Und ohne vorherige Information sei ihr E-Mail-Postfach der VHS abgeschaltet worden.

Nicht an Absprachen gehalten

In einer Stellungnahme hat sich Mittelangelns Bürgermeisterin Britta Lang zu den kritischen Aussagen von Karin Clausen geäußert. Sie sei selber überrascht, dass die Vergütung von Frau Clausen gekürzt worden sei. Ihre Nachfrage in der Verwaltung habe ergeben, dass es vor einem halben Jahr eine generelle Veränderung im Tarifrecht gegeben hat. In diesem Zusammenhang ist bei der Umstellung ein Fehler unterlaufen. Die Beträge werden nachgezahlt.

In einem Gespräch mit Karin Clausen sei besprochen worden, dass Herbst- und Winterprogramm aufgrund des Personalwechsels zu verschlanken, um der Nachfolgerin Hella Ennen Zeit zum Einarbeiten zu geben. An diese Absprache habe sich Karin Clausen nicht gehalten. Einige Angebote, wie die Kammerkonzerte und Gesundheitsangebote müssten entfallen, weil die vorgeschriebene Abrechnung über die Amtskasse nicht möglich sei. Von den 60 von Frau Clausen ausgearbeiteten Kursen seien 18 gestrichen worden. Da die Verwaltung einen hohen Aufwand leiste, um die Raumplanung und den Schließdienst zu gewährleisten, sei eine verbindliche Raumzuteilung erforderlich. Ab September stünden zusätzliche Räume im neuen Bildungsforum zur Verfügung. Da die Internetseiten der VHS nicht auf die Gemeinde, sondern auf Karin Clausen registriert waren, habe ein Übergang erfolgen müssen, der aus technischen Gründen nicht auf den Tag genau erfolgen konnte. Bürgermeisterin Lang unterstreicht, dass ihr viel daran gelegen ist, die Angebote der VHS für die Gemeinde Mittelangeln zu erhalten.


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