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Umsiedlungspläne : VfB Nordmark: Keine Zukunft auf dem Campus

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Hiobsbotschaft für den Eisenbahner-Verein: Die Universität Flensburg erteilt den Umsiedlungsplänen des in Bedrängnis geratenen VfB Nordmark die Rote Karte.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 11:46 Uhr

Flensburg | Es sind nur fünf Fragen, aber sie umreißen die Zukunft eines Eisenbahner-Traditionsvereines. Die längste Zeit seiner 92-jährigen Geschichte durfte sich der VfB Nordmark am Mühlendamm heimisch fühlen. Da gehörte alles selbstverständlich zusammen, was auf dem ehemaligen Mühlenteich entstanden war. Der Bahnhof, das Kühlhaus, die Bahnpost - und der Sportverein der Eisenbahner. Jetzt ist der VfB Nordmark nur noch eines: im Weg. Und das lässt man den Verein auch spüren, sagt Günter Henning.
Henning ist Mitglied einer dreiköpfigen Planungsgruppe, die retten soll was zu retten ist. Nach der letzten Sitzung im Planungsausschuss fällt dieser Gruppe freilich nicht mehr viel zur Rettung ein. Denn zu dieser Sitzung hagelte es Hiobsbotschaften. Besonders eine. Bis dahin stand die - nach VfB-Darstellung auch von der Stadtplanung ins Spiel gebrachte - Option einer Verlegung des Sportplatzes in den Bereich des Campus im Raum.

Uni hat keinen Bedarf an einer Sportanlage


Beim Verein hatte das allerlei optimistischen Gedankenspielen Auftrieb verliehen. Henning und seine Mitstreiter Willi Leyßner und Hartmut Teucher sahen den VfB schon gut aufgestellt an der Nahtstelle zwischen dem prosperierendem Hochschul-Campus und Flensburgs größtem Neubaugebiet - mit einer eigenen, eng mit dem Uni-Sport verzahnten und daher auch womöglich öffentlich geförderten Sportanlage. Doch Pustekuchen. Kurz vor der Ausschusssitzung ließ Uni-Kanzler Frank Kupfer den VfB abblitzen. "Der Kanzler teilte uns mit, dass die Uni überhaupt keinen Bedarf an einer Sportanlage habe, da sie auf allen städtischen Sportplätzen problemlos trainieren könne", sagt Henning. "Damit ist das Thema Campus für uns tot, zumal ja der größte Teil der Flächen nicht in städtischem, sondern in Landesbesitz ist."
Wie es jetzt weitergehen soll, weiß keiner. Gerüchte, nach denen der VfB mit DJK Flensburg (residiert am Stadion) Fusionsgespräche führe, dementierte Henning. "Wir sprechen mit niemandem über eine Fusion." Die VfBer sind einigermaßen verzweifelt. Zumal auch Hilfsangebote im Wahlkampf untergehen. Einen auch von der Stadtplanung unterstützen Vorschlag, durch Abriss eines im Zuge des Sanierungsplans ohnehin fälligen Gebäudes die akute Parkplatznot zu lindern, sei am SSW gescheitert, der protestiert habe: Für die VfB-Restlaufzeit von drei bis fünf Jahren gebe es kein Geld, so Henning. "Da weiß man wenigstens, wo man steht."
Wie es weiter geht, weiß niemand. Die Planungsgruppe ist aktuell ohne Plan und will die Kommunalwahl abwarten. "Wir geben nicht auf", kündigt Henning an. Anfang letzter Woche hatte der VfB ein Schreiben an Oberbürgermeister Simon Faber übermittelt, um endlich Klarheit zu bekommen. Fünf Fragen zur Zukunft des VfB Nordmark: Wie sind die Chancen, als Verein eigenständig zu überleben? Welche Perspektive sehen Sie für den Verein? Können Finanzmittel für ein neues Sportgelände eingesetzt werden? Können wir überhaupt mit dem Neubau einer adäquaten Sportanlage rechnen? Wann wäre dann mit einer Verlagerung des VfB zu rechnen? Die Antwort steht noch aus. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf: "Wir arbeiten daran."
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