90 Minuten : Verzweifelter Flüchtling im Baum - Großeinsatz in Flensburg

Der Mann wollte auf die offenbar ungeklärte Frage des Nachzugs seiner Familie aufmerksam machen - und löste einen Großeinsatz aus.

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22. September 2016, 19:48 Uhr

Flensburg | Rettungswagen, Sanitäter, Feuerwehr mit Drehleiter – im Johannisviertel gab's Donnerstagvormittag wegen eines Rettungseinsatzes kein Durchkommen. Trauriger Anlass war die Kurzschluss-Reaktion eines Bewohners der Flüchtlingsunterkunft Am Dammhof. Nach Polizeiangaben wurde der aus Syrien stammende Mann um 9.50 Uhr von Bewohnern der Unterkunft beobachtet, wie er in einen hohen Baum an der Grundstücksgrenze stieg. Der Wachdienst alarmierte unverzüglich die Feuerwehr.

Als die Retter kurze Zeit später am Einsatzort erschienen, steckte der Mann auf etwa halber Höhe im Astwerk eines etwa 25 Meter hohen Baumes. Ursprünglich sei ein suizidaler Hintergrund angenommen worden, heißt es im Polizeibericht. Vorsichtshalber wurde das auf derartige Fälle spezialisierte Kontaktteam aktiviert, das jedoch nicht einzugreifen brauchte. Mit Hilfe eines Dolmetschers gelang es, den Mann zu bewegen, den gefährlichen Platz in der Höhe zu verlassen.

Polizeiangaben zufolge stieg der 39-Jährige gegen 11.20 Uhr wieder hinunter, den letzten Meter sprang er in das vorsorglich ausgelegte Luftkissen der Feuerwehr. Der syrische Flüchtling wurde vorsorglich in die Diako gebracht, er befindet sich, so Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf, in guter Betreuung. Nach Angaben der Polizei wollte der Mann durch die Aktion auf die offenbar ungeklärte Frage des Nachzugs seiner Familie aufmerksam machen.

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