Skatepark Alter Schlachthof : Verwüstung - ein Racheakt?

Frustriert: Dirk Dillmann von den Sportpiraten  erläutert den angerückten Beamten die Schäden an der Anlage.
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Frustriert: Dirk Dillmann von den Sportpiraten erläutert den angerückten Beamten die Schäden an der Anlage.

Bitter: In der Nacht zum Mittwoch ist der Skate-Park in der Neustadt von Unbekannten verwüstet worden. Doch es gibt einen Verdacht.

shz.de von
04. Juni 2009, 11:19 Uhr

Flensburg | Dem fröhlichen Fest folgt die Ernüchterung auf dem Fuße. Nachdem rund um den BMX- und Skate-Park am Schlachthof drei Tage lang gefeiert worden war, haben des Nachts dort mehrere Täter wild gewütet. Gestern Vormittag bot sich Polizisten und Jugendlichen ein Bild des Jammers.

Der zehnjährige Steven wirft einen Blick in die Pool-Landschaft, in der sonst Skateboarder, Inliner und BMX-Fahrer ihre Runden drehen. Er ist sprachlos. Einem Dutzend Kinder, das fassungslos herumsteht, geht es nicht anders. Plastikstühle, geplünderte Blumenkübel und Fahrradständer sind dort wahllos hineingeworfen worden. Eine ausrangierte Haustür komplettiert das traurige Stillleben. Ein neues Banner - einfach zerrissen. "Erschütternd, wenn man das sieht", sagt Niclas (10) mit leiser Stimme. Er kommt mehrmals in der Woche mit seinem BMX-Rad in den Park, um sich hier auszutoben. Jetzt flüstert er: "Da können einem fast die Tränen kommen."
Beton vom Pool abgeschlagen
Die Anlage wird unter der Trägerschaft des Flensburger Jugendrings betrieben, die Sportpiraten haben die pädagogische und organisatorische Betreuung übernommen. Dessen Chef Dirk Dillmann ist schockiert. Besonders davon, dass die Täter nicht davor zurückgeschreckt sind, den Beton des Kidney-Pools abzuschlagen. Hier hätte es zu schlimmen Unfällen kommen können, hätte er nicht frühzeitig von dem Malheur erfahren und die Polizei gerufen. "Wir haben mit Vandalismus bislang kaum Erfahrungen machen müssen", sagt er. Das Projekt erfahre eine hohe Akzeptanz. "Es gibt eine große Identifikation im gesamten Stadtteil."

Unwillkürlich muss er an einen Vorfall denken, der sich am Freitagabend ereignet hatte, als die Jugendlichen ihr Fest unter dem Motto "72,5 Stunden" friedlich zelebrierten. In einem benachbarten Gebäude waren plötzlich Schüsse zu hören gewesen. Dillmann entdeckte dort eine Gruppe von fünf Heranwachsenden - kurz geschoren, militant gekleidet. "Sie ballerten mit Soft-Air-Patronen herum." Dillmann rief die Polizei. Von dem Rädelsführer sollen die Personalien aufgenommen worden sein.

Der Verdacht: Dafür wollte sich die Gruppe rächen. Es gibt Indizien, die dafür sprechen. Denn die Polizei fand auf dem Gelände gestern jede Menge kleiner Kügelchen, die harmlos aussehen wie Liebesperlen. Sind sie aber nicht. Es handelt sich um original Soft-Air-Geschosse.

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