Gesundheit in Flensburg : Versprechen aus einer Hand

Volle Halle: Auch der zweite Krankenhaus-Dialog der Stadt stieß auf ein enormes Interesse bei Bürgern, Ärzten, Pflegerinnen und Politikern. Fotos: Pohl
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Volle Halle: Auch der zweite Krankenhaus-Dialog der Stadt stieß auf ein enormes Interesse bei Bürgern, Ärzten, Pflegerinnen und Politikern. Fotos: Pohl

Klinik-Dialog: Diako und Franziskus wollen viele Bereiche des neuen Krankenhauses einheitlich strukturieren / Trägerschaft noch offen

shz.de von
02. Februar 2018, 06:20 Uhr

Ein Krankenhaus aus einer Hand – das war die Kernbotschaft von Diako und Franziskus beim zweiten Krankenhaus-Dialog in der Bürgerhalle des Rathauses. Zwar gab es reihenweise kritische Nachfragen, Skepsis und Zweifel zu wichtigen Fragen des künftigen Krankenhaus-Betriebs am Stadtrand. Doch die beiden Geschäftsführer Martin Wilde (Diako) und Klaus Deitmaring (Franziskus) kündigten an, dass trotz einer möglicherweise doppelten Trägerschaft des gemeinsamen Klinikums wesentliche Bereiche des Krankenhaus-Betriebes einheitlich geregelt werden.

So werde das neue Krankenhaus, für das derzeit ein Start im Jahr 2025 gehandelt wird, einen Geschäftsführer, eine ärztliche Direktion, eine Pflegedienstleitung, eine gemeinsame EDV und ein gemeinsames Abrechnungssystem haben. Damit soll gewährleistet werden, dass Patienten „eine medizinische Versorgung aus einer Hand“ erhalten, wie mehrfach bei der sehr gut besuchten Veranstaltung betont wurde.

Ob es dennoch zwei Betreiber und damit zwei Arbeitgeber in dem neuen Klinikum geben werde, blieb vorerst offen und konnte nicht abschließend beantwortet werden. Vor allem die bundesweit aktiven Malteser tun sich schwer damit, mit dem Franziskus-Hospital ihr erstes Krankenhaus überhaupt aus der öffentlichen Wahrnehmung zu entlassen. „Der Patient nimmt von der Organisationsstruktur keinen Schaden“, versprach Klaus Deitmaring.

Diako-Chef Martin Wilde rechnet mit einer zweieinhalbjährigen Planungsphase für das 200-Millionen-Euro-Projekt. Eine genaue Kostenschätzung liegt indes noch nicht vor. Bis Ende des Jahres, so Wilde, soll das Grundstück im Bereich Peelwatt baureif sein; auch soll die Frage der Trägerschaft geklärt sein.

Oberbürgermeisterin Simone Lange bat in der von Carsten Kock locker moderierten Veranstaltung um Geduld; man verhandle schließlich erst seit acht Monaten und habe schon viel erreicht. Als Stadt müsse sich man um Themen wie Verkehr, Schall, Entwässerung und Kleingärtner kümmern.

Silke Seemann (Gesundheitsministerium) machte deutlich, dass das Flensburger Projekt hohe Priorität genieße, Ende des Monats voraussichtlich in den Finanzplan aufgenommen werde und auch für das Ministerium etwas Besonderes sei. Man beschäftige externe Experten für die komplexen Fragen – unter anderem zum Thema Kirchenrecht.

Viele Besucher meldeten sich zu Wort, um Fragen zur Trägerschaft, aber auch zur kritischen Situation im Gesundheitswesen, zu fehlendem Personal und Zeitknappheit im Krankenhausalltag zu stellen.

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